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Norddeutsche Rundschau

18. Oktober 2017 | 17:45 Uhr

Breitband : Wiedenborstel geht ans Netz

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Rundschau

Deutschlands kleinste Festlandgemeinde jetzt mit schnellem Breitbandanschluss. Dörfer um Fitzbek herum folgen am 14. und 15. November

von
erstellt am 31.Okt.2014 | 17:34 Uhr

In Deutschlands kleinster Festlandgemeinde ist gestern die moderne Breitbandtechnik eingezogen. Wiedenborstel (elf Einwohner) ist gleichzeitig die erste Gemeinde im Breitbandzweckverband Steinburg, die ans schnelle Internet gegangen ist. Die Bürger der anderen neun Kommunen im ersten Aktionsgebiet um Fitzbek herum werden am 14. und 15. November freigeschaltet. „Mit dem heutigen Aufschalten des Signals können die Bürger von Wiedenborstel nun mit Höchstgeschwindigkeit durchs Netz surfen“, freute sich Verbandsvorsitzender Henning Ratjen über den „Meilenstein“ im Kreisgebiet.

Die 450 Hektar große Gemeinde, die überwiegend aus einem Gut besteht, ist über die Nachbargemeinde Sarlhusen an die Internetwelt angeschlossen worden. Das 1,8 Kilometer lange Kabel führt am landwirtschaftlichen Betrieb von Bürgermeister Ernst Scheel vorbei, der dadurch auch bereits in den Genuss der Datenautobahn gekommen ist. Und der Anschluss sei dringend notwendig gewesen, so Scheel. Denn bisher hat er im Außenbereich der Gemeinde lediglich mit einer Geschwindigkeit von 180 bis 250 Kilobit surfen können, jetzt hat er bis zu 100 Mbit. Nicht nur für seinen Betrieb - er versorgt 450 Kühe - sei das schnelle Internet künftig eine Grundvoraussetzung, auch für alle anderen Betriebe und Privatpersonen auf dem Land werde die Breitbandversorgung unverzichtbar sein. „Die moderne Technik verschafft uns einen Vorsprung.“ Allein in Sarlhusen profitierten neben den Privatpersonen 40 angemeldete Gewerbebetriebe, die 100 Arbeitsplätze zur Verfügung stellen, von der Breitbandversorgung.

Der stellvertretende Bürgermeister Uwe Schröder gehörte in Sarlhusen zu denjenigen, die von Haus zu Haus gegangen sind und die Einwohner von der neuen Technik überzeugt haben. Fast alle hätten positiv reagiert, so Schröder. Eine über 70-jährige Frau meinte dabei zu ihm: „Dann muss ich mit meinem Laptop nicht immer auf die Toilette gehen, um einen Empfang zu haben.“

Bis Ende 2017 sollen insgesamt 63 Gemeinden ans Netz über die Stadtwerke Neumünster angeschlossen werden. Dabei soll es nicht bleiben. Derzeit wurden die Weichen mit der Ausschreibung für weitere 34 Gemeinden in den Ämtern Wilstermarsch, Krempermarsch und Horst-Herzhorn gestellt.

Neben den Stadtwerken Neumünster, die das Netz bauen und betreiben werden, ist auch die Investitionsbank Schleswig-Holstein mit im Steinburger Breitbandboot. Das Institut steuert zinsgünstige Kredite bei. „Wo es gewollt ist, helfen wir bei der Vorbereitung und der Durchführung“, sagte Olaf Tölke, Leiter Kommunal- und Infrastrukturfinanzierungen.

Künftig kann die Investitionsbank noch zinsgünstiger sein. Dies kommt besonders für das neue Ausschreibungsgebiet in der Marsch infrage. Denn ein neues Förderprogramm senkt die Zinsen für die ersten fünf Jahre um 1,5 auf nur noch ein Prozent.

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