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Durchstarten 2016 : Wie steht es um die Neujahrsvorsätze der Itzehoer?

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Rundschau

Noch ist der Ansturm auf Fitness-Studios und Abnehm-Programme in Itzehoe groß – doch bald wird die Motivation wieder nachlassen.

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erstellt am 15.Jan.2016 | 05:00 Uhr

Abnehmen, gesünder essen, aufhören zu rauchen und mehr Sport treiben – das sind die Klassiker unter den Vorsätzen, die auch zahlreiche Itzehoer zu Beginn des neuen Jahres gefasst haben. Doch wie steht es zwei Wochen später um diese Vorsätze? Entpuppen sie sich als Strohfeuer oder als Dauerbrenner? Unsere Zeitung hat nachgefragt, bei Fitness-Studios und Ernährungsexperten, bei Apotheken und Suchtberatern.

Rund 30 Anmeldungen hat der Sportclub Itzehoe (SCI) seit 1. Januar bereits für sein Fitness-Studio registriert. „Im gleichen Zeitraum im Dezember hatten wir rund zehn Anmeldungen“, sagt Geschäftsführer Jan Schamerowski. „Auch in anderen Bereichen, wie dem Rehasport, merken wir, dass ganz viele Leute am Beginn des neuen Jahres kommen und etwas tun möchten.“ Aus den Vorjahren weiß Schamerowski, dass diese Welle noch einige Wochen anhalten wird. Noch bis Mai sei im Fitness-Studio mit erhöhten Besucherzahlen zu rechnen. „Spätestens wenn das Wetter wieder wärmer wird, lässt es dann wieder nach.“

Einen „großen Ansturm“ auf Abnehm-Kurse verzeichnet auch Thomas Dettmer vom Vitalcentrum Dr. Dettmer. „Für unsere Präventionskurse haben wir ungefähr doppelt so viele Anmeldungen wie sonst im Jahr.“ Der Vorsatz, sein Gewicht zu reduzieren, sei bei vielen Menschen zu Jahresbeginn ganz groß. „Die ersten zehn bis zwölf Wochen sind die Kursteilnehmer meist hochmotiviert. Dann holt sie der innere Schweinehund häufig wieder ein.“ Hauptteil der Arbeit des Vitalcentrums sei daher die Motivation der Teilnehmer. Grob geschätzt bleibe ungefähr die Hälfte der Kunden, die zu Neujahr gute Vorsätze fassen, bei der Stange.

Mit dem Abnehmen als Neujahrsvorsatz ist auch Apotheker Hans-Joachim von Oldershausen vertraut. Abnehmprodukte würden sich zu keiner anderen Jahreszeit so gut verkaufen wie jetzt. „Ganz oben steht Almased“, sagt der Inhaber der Landhaus-Apotheke in der Feldschmiede. Daneben stünden auch Nikotin-Kaugummis hoch im Kurs. Von Oldershausen sieht diesen Trend kritisch: „Leider nutzt die Industrie die guten Vorsätze und macht viel Werbung.“ Natürlich seien Vorsätze nicht per se schlecht. „Aber nur mit dem Kauf und der Einnahme eines Produkts ist es nicht getan.“ Solche Erzeugnisse könnten lediglich als Unterstützung dienen, als Ergänzung zu einer gesunden Lebensweise. Häufiger Ratschlag des Apothekers an seine Kunden: „Bitte benutzen Sie Ihren Kopf.“

Diese Maxime vertritt auch Gabriele Kluge, Diplom-Sozialpädagogin bei der Suchtberatung des Kreises Steinburg. „Es braucht ein paar Tricks, um sich selbst zu überlisten und am Ball zu bleiben.“ Egal ob jemand mehr Sport treibe, mit dem Rauchen aufhören oder abnehmen wolle: „Es hilft, andere Leute ins Vertrauen zu ziehen.“ Die könnten dann immer mal nachfragen, wie es denn um den Vorsatz stehe. Außerdem gelte es realistische und konkrete Ziele zu setzen: „Fragen Sie sich, was sie wirklich schaffen können, und legen Sie fest, bis wann sie es erreichen wollen.“ Und ganz wichtig: „Wenn Sie scheitern, geben Sie nicht gleich auf, sondern suchen Sie nach neuen Wegen.“




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