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Kunsthaus : Wie Licht in Klänge umgewandelt wird

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Rundschau

14 Teilnehmer aus Berlin, Bielefeld, Glückstadt und Hamburg reisten für drei Tage nach Hohenlockstedt, um in die Welten experimenteller Musik einzutauchen.

Seit gestern leitet der Electronic Noise-Künstler Ryan Jordan im M1 der Arthur Boskamp-Stiftung einen Workshop mit dem Titel „And the Earth sang like mad beast“. Nachdem der aktuelle M1-Kurator Sebastian Stein per Mail einen Info-Newsletter verschickt hatte, war der Workshop bald ausgebucht. Jetzt reisten insgesamt 14 Teilnehmer aus Berlin, Bielefeld, Glückstadt und Hamburg für drei Tage nach Hohenlockstedt, um in die Welten experimenteller Musik einzutauchen.

Die Erde, die da laut Titel wie ein verrücktes Tier singen wird, besteht aus bestimmten Steinen, konkret aus Metallen und Mineralien, und liefert die Substanz für bestimmte Geräuschquellen. „Wir arbeiten mit einfachen Mitteln“, sagt Jordan. Neben Magnetiten (Magneteisensteinen), die er aus Hongkong mitgebracht hat, liegen Kupferdraht, Filmdosen, Batterien oder ein Bunsenbrenner bereit. Jordan plant, aus dem Steinpulver ein Magnetband herzustellen, das beim Abspielen Geräusche macht. Auch das Licht, das eine aus Kupfer gebaute Solarzelle einfängt, wird anhand von technischen Apparaten in Klänge umgewandelt. Ob das klappt, ist noch nicht klar. „Fehlstarts sind möglich.“ Aber Jordan bleibt entspannt. Denn schon seit über zwölf Jahren ist er im Auftrag der Mineralmusik unterwegs, erst nur in seinem Geburtsland England, seit 2008 immer mehr auch weltweit. Die letzten anderthalb Jahre hat er in Hongkong eine neue Heimat gefunden.

Ryan Jordans Arbeit erforscht oft versteckt laufende Prozesse, beeinflusst durch Umweltphänomene und sichtbar gemacht durch einfache Technologie. „Mit Hilfe der Anordnung wird erkennbar, wie menschliche Wahrnehmung durch irdische, außer-irdische und unsere eigenen biologischen Phänomene beeinflusst wird“, erläutert Sebastian Stein dazu.

Wer sich nun anhören möchte, wie Steine singen, kann am morgigen Sonntag im M1 zur Abschlusspräsentation und einem Konzert von Ryan Jordan ins M1 kommen. Außerdem wird Mélodie Fenez für ihr Projekt „a.melody“ selbstgebaute Synthesizer an verschiedene Pflanzen anschließen und so individuelle Klangfarben und eine sich ständig verändernde Geräuschkulisse präsentieren.

> Das Konzert „holo sounds #1“ findet statt am Sonntag, 24. April, um 15 Uhr im M.1 der Arthur Boskamp-Stiftung, Breite Straße 18. Vor und nach dem Konzert gibt es jeweils einen Shuttle-Bus zwischen M.1 und Bahnhof Wrist. Interessierte schicken bitte eine E-Mail an info@arthurboskamp-stiftung.de.


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