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Ufer-Arbeiten : Wie die Marsch das Wasser bändigt

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Rundschau

Der Sielverband Rhingebiet stabilisiert die Uferbereiche am Kajedeich – und weist das Wasser damit in seine Bahnen.

Das Rhinufer am Kajedeich, dem Erddamm zwischen dem Rhin und dem Schwarzwasser, ist über die Jahre durch Strömung, Wurzelwerk und Kleintieren in der Wasserkrümmung vor dem Schöpfwerk zum Außenhafen stark angegriffen worden. Zuständig für die Gewässerunterhaltung ist der Sielverband Rhingebiet. Zurzeit laufen Baumaßnahmen, um den Uferbereich zu stabilisieren.

Verbandsmitarbeiter Karsten Heins erklärt die Bedeutung des Deiches: „In den nebeneinander liegenden Wasserläufen sind verschieden hohe Wasserstände, denn es sind zwei getrennte Entwässerungssysteme. Über das Schwarzwasser entwässern 3200 Hektar Land von der höher gelegenen Geest durch die Schwarzwasserschleuse in den Außenhafen. Das Weißwassersystem entwässert 7800 Hektar der Marsch zum Rhin und muss durch Pumpen das tiefe Landniveau ausgleichen.“

Um bei Extremwetterlagen auch das Wasser des Schwarzwassersystems in die Elbe zu bekommen, ist vor dem Hauptschöpfwerk des Rhins eine Durchlass-Schleuse eingebaut, die die Gewässer verbindet. Nach den Starkregenereignissen im Juli 2002 wurden als weitere Optimierung im Rhinschöpfwerk größere Pumpen eingebaut und oberhalb von Herzhorn eine zweite Entlastungsschleuse zwischen Schwarz- und Weißwasser errichtet.

Der Rhin wird jetzt auf 100 Metern mit Pfählen und Flechtmatten stabilisiert – „abgestackt“, wie die Wasserwerker sagen. Mit einem Bagger wurden die zwei Meter langen Lärchenpfähle 60 Zentimeter vor dem jetzigen Ufer in den Kleiboden gedrückt. Die Flechtmatten davor sind mit einem Vlies ausgeschlagen, dass das Wasser durchlässt, aber die Erde zurückhält. Anschließend verfüllt der Bagger den Uferbereich mit Bodenaushub aus dem Rhin. Dabei wird das Ufer schräg profiliert, sodass es später leichter bei den Mäharbeiten unterhalten werden kann. Am Ufer ist der Rhin nur sehr flach, in der Mitte hat er aber eine Tiefe von zwei Metern. Unterstützt wird Karsten Heins bei den Arbeiten von seinem Kollegen Matthias Carl vom Sielverband Neuenbrook: „Wenn größere Arbeiten anstehen, helfen wir uns gegenseitig. Das klappt sehr gut.“

Auf dem Kajedeich wurden im Vorwege bereits 24 Pappeln entfernt. Dabei haben die Mitarbeiter eine interessante Entdeckung gemacht: Die Betonfundamente der ehemaligen Badeanstalt am Rhin sind teilweise freigelegt geworden. Heins: „Man kann noch deutlich erkennen, wo die Umkleideräume lagen.“

Trotz allen technischen Fortschritts: Die Auseinandersetzung mit dem Wasser hat sich seit der ersten Besiedlung zwar erheblich verändert, sie wird aber immer eine der wichtigsten Aufgaben der in der Marsch lebenden Menschen bleiben.

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