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Norddeutsche Rundschau

21. September 2017 | 01:53 Uhr

Verkehr : „Wie an der Autobahn“

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Rundschau

Anwohner wehren sich gegen Raser in der Straße Schnieten in Sude-West.

shz.de von
erstellt am 15.Jun.2015 | 17:00 Uhr

Der Schock sitzt immer noch tief. Es ist erst ein paar Tage her, dass Nicole Schmidt ihren Kater verloren hat. „Gismo ist hier bei uns um die Ecke einfach tot gefahren worden“, sagt die junge Frau. Es ist die zweite Katze, die sie innerhalb eines Jahres verloren hat. „Vor gut einem Jahr hat jemand unsere Katze Stumpi überfahren.“

Wie andere Anwohner, die an der Straße Schnieten wohnen, klagt Nicole Schmidt über viele Autofahrer, die dort rasen. „Das müssen Ortskundige sein. Ich habe auch schon viele Taxis hier gesehen“, sagt Sven Bischof. Der nur wenige Meter breite Weg in Sude-West sei sonst wenig bekannt, werde aber in letzter Zeit immer häufiger als Abkürzung zur Karolinger Straße benutzt – vor allem im Feierabendverkehr und am Wochenende.

„An der Einfahrt ist ein Tempo-30-Schild, aber das interessiert die Leute offenbar nicht“, sagt Anwohner Andreas Rattmann. „Die fahren an den ersten Pflanzkübeln vorbei – und dann geben die Vollgas. Das sind bestimmt 70 Prozent der Leute, die hier durchfahren.“ Und Nicole Schmidt sagt: „Es ist ein Wunder, dass hier noch kein Kind überfahren wurde.“

Denn viele Jugendliche fahren auf dem Schulweg durch die Einbahnstraße. Die Beschilderung sei allerdings so ungünstig, sagt Bischof, dass viele diese nicht als solche erkennen würden. Dazu sei die Beleuchtung die ganze Nacht an. „Das verführt auch nachts zum Rasen.“ Und Andreas Rattmann sagt: „Manchmal denkt man, man wohnt an der Autobahn.“

Seine Frau Ute hat bereits die Polizei informiert, will, dass in der Straße geblitzt wird. „Wir würden auch unsere Grundstücke dafür zur Verfügung stellen.“ Bei Dieter Pape vom Ordnungsamt des Kreises ist dieser Wunsch noch nicht angekommen. „Wir haben aber einen mobilen Messtrupp im Einsatz, der auch dort messen könnte.“ Pape will ohnehin alle Bürgermeister anschreiben, um weitere Stellen zu identifizieren, an denen Autofahrer rasen.

Am liebsten wäre den Anwohnern, dass die Stadt Verkehrshindernisse aufstellt oder die Straße an einer Seite ganz schließt. „Dann kann hier auch keiner mehr durchrasen“, sagt Rattmann. Bis dahin hat er erstmal sein Haus „abgeriegelt“. Er hat Angst um das Leben seiner zwei Katzen.

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