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Norddeutsche Rundschau

14. Dezember 2017 | 09:19 Uhr

Wichtige Unterstützung durch Familienpaten

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Rundschau

shz.de von
erstellt am 05.Dez.2013 | 00:33 Uhr

Allein erziehende Mütter, Trennung der Eltern oder schnell aufeinander folgende Geburten – besondere Lebenssituationen, die gerade Eltern kleiner Kinder sehr fordern. Um Betroffene zu unterstützen, gibt es die Bundesinitiative „Frühe Hilfen“, die auch im Kreis Steinburg vertreten ist. Es gelte, früh mit kleinen Maßnahmen anzufangen, „um später große zu vermeiden“, erklärt Frank Kölling, Leiter des Kinderhauses „Blauer Elefant“.

Die Bundesinitiative löst das Landesprogramm „Schutzengel“ ab, das von 2006 bis 2012 existierte, ergänzt es aber auch um neue Konzepte. Das Projekt besteht aus drei Teilen: die Gesamtkoordination auf Kreisebene, den Bereich der Familienhebammen unter Trägerschaft des diakonischen Werkes Rantzau-Münsterdorf und die „Koordination der Ehrenamtstrukturen – Familienpatenschaften“ unter Trägerschaft des Kinderschutzbunds.

Um diesen Teil kümmert sich Susanne Heinecker. Den Kern bilden die so genannten Familienpaten. Dafür werden Ehrenamtler „gesucht, gefunden und ausgebildet“, so Heinecker. Diese werden dann in Familien eingesetzt, die sich in ihrer derzeitigen Situation überfordert fühlen, wobei mindestens ein Kind der Familie nicht älter als drei Jahre sein darf.

Wer Familienpate werden will, muss eine sichere Einnahmequelle haben, solle „gut im Leben stehen und Erziehungserfahrung mitbringen“, so Kölling. Die Freude am Umgang mit Kindern sei natürlich Voraussetzung. Die Ausbildung umfasst insgesamt 42 Stunden, in denen sich die Teilnehmer unter anderem mit Familienpsychologie und -recht, der Bedeutung sozialer Netzwerke oder Ernährung befassen.

Im Anschluss an die Qualifizierung werden die Familienpaten im gesamten Kreis eingesetzt. An drei bis sechs Stunden pro Woche unterstützen sie, wo sie können, um die Familie zu entlasten. Manchmal reicht ein Gang zum Spielplatz schon aus, um den Eltern etwas Zeit zu verschaffen. Während des Einsatzes in der Familie betreut Heinecker die Paten und macht sich ein Bild, ob die Ziele, die anfangs in einem „Vertrag“ mit der Familie festgelegt wurden, verwirklicht werden.

Momentan sind 15 Paten im Kreis tätig, hauptsächlich Frauen. Für einen kleinen Männer-Anteil sorgt Michael Czerny. 2011 wurde er durch einen Artikel in unserer Zeitung auf den ersten Ausbildungsgang von Familienpaten aufmerksam, für den er sich gleich anmeldete. Seine drei eigenen Kinder sind mittlerweile erwachsen, allerdings wohnen noch zwei Pflegekinder bei ihm. Czernys derzeitige, bereits dritte Patenfamilie besitzt ebenfalls zwei kleine Kinder, um die er sich als Pensionär ausgiebig kümmern kann.

Auch Kathleen Skawinski betreut mittlerweile die zweite Patenfamilie, obwohl sie mit zwei eigenen Kindern (sechs Jahre und neun Monate) gut beschäftigt ist. Allerdings kümmern sich ihre Schwiegereltern gerne und häufig um ihre Kinder. Da sie weiß, dass diese Voraussetzung längst nicht bei allen Familien gegeben ist, möchte sie gerade diese mit ihrer Patenschaft unterstützen, auch nach ihrer Elternzeit.

Im gesamten Kreis werden weitere Paten gesucht. Auch Familien, die Bedarf an Paten haben, könnten sich jederzeit melden.

> Kontakt: Deutscher Kinderschutzbund Itzehoe, Susanne Heinecker, 04821/3731 oder 0152/54967055. Per Mail: familienpaten.steinburg@web.de.


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