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Norddeutsche Rundschau

20. August 2017 | 13:47 Uhr

Wichtig sind Sprache und Beschäftigung

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Rundschau

Flüchtlingsbeauftragter zieht positive Bilanz seiner Arbeit

Fehlende Sprachkenntnisse und kaum Beschäftigungsmöglichkeiten: Das sind die wesentlichen Probleme für die in der Wilstermarsch untergebrachten Flüchtlinge. Ansonsten zog der für den Amtsbereich zuständige Flüchtlingsbeauftragte Knud Jüstel (Foto) vor den Mitgliedern des städtischen Sozialausschusses eine überaus positive Bilanz. Zuletzt waren genau 91 Flüchtlinge in Wilster, Dammfleth, Wewelsfleth und St. Margarethen untergekommen. Den Löwenanteil stellen afghanische Staatsangehörige. Im Schnitt, so listet Jüstel einige statistische Daten auf, seien die Menschen zwischen 20 und 40 Jahre alt, der Anteil der Frauen liege bei 44 Prozent, unter den Flüchtlingen seien 22 Familien. „Für eine Überalterung der Wilstermarsch sorgen sie jedenfalls nicht“, meinte Jüstel weiter. Keiner der Flüchtlinge sei älter als 60 Jahre. Für eine spürbare Senkung des hohen Altersdurchschnitts der Wilstermarsch-Bewohner sorgen auch bereits zwei Geburten.

Wie schnell sich die Zahlen ändern (siehe auch nebenstehenden Bericht), wird in neuesten Angaben von Amtsvorsteher Helmut Sievers deutlich. In Stördorf sprach er von aktuell 94 Flüchtlingen, 51 in Wilster, 26 in Wewelsfleth, drei in Dammfleth und 13 in St. Margarethen sowie einer in Itzehoe, der aber der Wilstermarsch zugeordnet ist. Bis zum Jahresende wird mit einem Anstieg der Zahl auf 240 gerechnet.

Wie Helmut Sievers stellte auch Knud Jüstel den Einsatz und die Leistung der vielen ehrenamtlichen Helfer heraus. Netzwerke von 30 Menschen in Wilster, 20 in Wewelsfleth und 25 in St. Margarethen kümmern sich unter anderem um Abholung und Begleitung, um Hilfe beim Einkaufen und im Haushalt, um Fahrdienste, Freizeitgestaltung, Hausaufgabenhilfe und Deutschunterricht. Wie sehr es da oft um ganz praktische Lebenshilfe in einer unbekannten Umgebung geht, wird an einem Fall aus Dammfleth deutlich.Dort heizten Bewohner ihre Stube mit einem auf Dauerbetrieb gestellten Backofen. Folge: 1000 Euro Strom-Nachzahlung.

Als Erfolgsmodell präsentierte Jüstel die zahlreichen Sonderaktionen: eine Schulung für Abfalltrennung, Verkehrsunterricht in einer Fahrschule, Schwimmkurse in Brokdorf, kostenlose Kurse bei der Volkshochschule (15 Teilnehmer), eine gelungene Fahrradaktion bei Lamberty (35 Fahrräder) sowie Vereinsangebote wie Fußball (in Wilster und Wewelsfleth), Tennis, Schützenverein, Kanufahren und der Erwerb von Sportabzeichen und zuletzt eine gemeinsame Fahrt mit dem Aukieker auf der Wilster Au. Fazit von Knud Jüstel: „Wir sind gut aufgestellt, es gibt für die Menschen eine angemessene Betreuung, wir haben einen aktiven Helferkreis und viele Vereine öffnen sich für die Flüchtlinge.“ Der Sprecher hob in diesem Zusammenhang ausdrücklich hervor, dass bei den Flüchtlingen ein sehr großer Wille zur Integration vorhanden sei. Für die Zukunft komme es entscheidend darauf an, dass durch Wohnsituationen keine sozialen Brennpunkte entstehen. Außerdem müsse man den Menschen möglichst viele Angebote für Aktivitäten machen.

Zu den bereits vorhandenen Helfernetzwerken soll jetzt auch eine Gruppe in Brokdorf kommen. Ein erstes Informationstreffen mit Blick auf die geplante Aufnahme weiterer Flüchtlinge findet am Dienstag, 22. Oktober, um 19 Uhr im Brokdorfer Feuerwehrhaus statt. Jeder in der Gemeinde, der sich einbringen will, ist dort herzlich willkommen.

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erstellt am 15.Okt.2015 | 10:34 Uhr

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