„Wichtig ist, was am Ende rauskommt“

Seit zehn Jahren dabei: Natascha  Böhnisch (SPD)
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Seit zehn Jahren dabei: Natascha Böhnisch (SPD)

Walter Schulz seit zehn Jahren Bürgermeister von Wilster / Ehrung auch für Mark Dethlefs und Natascha Böhnisch / Abschied für Manfred Schmiade

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07. Juli 2015, 10:23 Uhr

Bei der letzten Sitzung der Ratsversammlung vor der Sommerpause standen einige Ratsmitglieder erst einmal selbst im Mittelpunkt – an der Spitze Walter Schulz (CDU). Er ist jetzt seit zehn Jahren ehrenamtlicher Bürgermeister der Stadt Wilster. Sein Stellvertreter Helmut Jacobs (SPD) würdigte Schulz „als ersten Bürger der Stadt auf allen Ebenen“ und bescheinigte ihm ein sehr großes Pflichtgefühl und viel Engagement. Ob als oberster Repräsentant der Stadt, ob bei Jubiläen und Veranstaltungen aller Art: Überall sei Walter Schulz dabei. Besonders hob Jacobs hervor, dass Schulz auch fast täglich Unterschriften leisten müsse, bei denen es oft um sehr hohe Summen gehe. In den zehn Jahren seiner Amtszeit habe der Bürgermeister zudem zahllose wichtige Projekte begleitet oder angeschoben. CDU-Fraktionschef Mark Dethlefs hofft auf noch viele Jahre mit Walter Schulz als Bürgermeister: „Er hat in den bisherigen zehn Jahren eine tolle Arbeit gemacht.“ In seiner Eigenschaft als Kreispräsident würdigte auch Ratsherr Peter Labendowicz die Arbeit seines Parteifreundes. Er überreichte den großen Ehrenteller des Kreises Steinburg und ein persönliches Glückwunschschreiben von Landrat Torsten Wendt.

Walter Schulz selbst gab sich bescheiden: „Ich freue mich, wenn ich meiner Stadt ein bisschen habe helfen können.“ Sein besonderes Interesse habe immer den jungen Leuten in der Stadt gegolten. Bei allen Diskussionen und Debatten, so stellte er heraus, sei ihm immer wichtig gewesen, was am Ende dabei herauskommt.

Als eines der dienstältesten Mitglieder der Ratsversammlung wurde dann Mark Dethlefs geehrt. Bürgermeister Schulz in seiner Würdigung: „Er hat vieles in der Stadt maßgeblich mitgestaltet und verfügt über ein fundamentales Wissen von unschätzbarem Wert.“ Besonders hob der Sprecher die Zielstrebigkeit des CDU-Ratsherrn hervor: „Er hat sich auch von Rückschlägen nie entmutigen lassen.“ Sein Fazit: „Mark Dethlefs übernimmt Verantwortung und liefert vorbildliche Arbeit ab.“ Dass der CDU-Fraktionschef es an ehrenamtlichem Fleiß nicht missen lässt, musste auch sein Gegenüber von der SPD anerkennen. Zwar, so meinte Helmut Jacobs, sei ihr Verhältnis immer wieder mal durch Höhen und Tiefen geprägt gewesen. Spätestens als Gildebrüder habe man sich dann aber wieder verstanden.

Mark Dethlefs gab den Dank gleich an seine Ehefrau weiter, die in den 25 Jahren sehr oft auf ihn habe verzichten müssen. Er äußerte allerdings auch die Überzeugung, dass jeder in seinem Leben einmal ein Ehrenamt übernehmen und ausüben sollte oder sogar müsste. Dethlefs räumte rückblickend zwar ein, dass er auch schon einmal darüber nachgedacht habe, nicht wieder anzutreten. Dennoch habe er es nie bereut. Der Geehrte hatte im April 1990 seine kommunalpolitische Laufbahn zunächst als bürgerliches Mitglied begonnen und seit 1994 dann ununterbrochen als Ratsherr gewirkt. In dieser Zeit durchlief er alle wichtigen Ausschüsse, war zeitweise auch 1. stellvertretender Bürgermeister. Länger als Dethlefs sind übrigens nur Eike Starck (seit 1986) und Helmut Jacobs (seit 1972) dabei.

Noch nicht so lange dabei ist Natascha Böhnisch, die für zehn Jahre ehrenamtliche Tätigkeit für ihre Heimatstadt geehrt wurde. „Aus Sicht der SPD ist sie ein Glücksfall“, meinte Fraktions-Chef Helmut Jacobs. Er erinnerte daran, dass die Sozialdemokratin sich auch auf vielen anderen Ebenen engagiere. Unter anderem habe sie einige Zeit lang die Jusos auf Kreisebene „befehligt“. Für die CDU erkannte Dethlefs an, dass es nie zu großen politischen Streitereien gekommen sei. Ganz hoch rechnete der Christdemokrat der Ratsfrau an, wie sie als Vorsitzende des Finanzausschusses gegenüber dem Landrat als Kommunalaufsicht die Wilsteraner Flagge hochgehalten habe.

Eine weitere Würdigung galt dann Manfred Schmiade. Nach fast 30 Jahren in der Ratsversammlung hatte der Sozialdemokrat sein Mandat aus persönlichen Gründen abgegeben, was Bürgermeister Walter Schulz ausdrücklich bedauerte: „Wir hatten in den Beratungen immer ein pflegliches Miteinander.“ Schmiades Nachfolger als SPD-Fraktionssprecher, Helmut Jacobs, äußerte Verständnis: „Kommunalpolitik in Wilster ist manchmal sehr strapaziös.“ Er wünschte Schmiade „viel Spaß als Opa“.

Derweil erhofft sich Mark Dethlefs von Schmiade „noch so manche gute Tat in Itzehoe“. Sein Kreistagsmandat behält der SPD-Mann nämlich. Rückblickend auf seine politische Arbeit in Wilster meinte er: „Es gab viele gute Zeiten, und es hat auch viel Spaß gemacht.“

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