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St. Cyriacus Kirche : Wetterhahn muss unten bleiben

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Rundschau

Das bei einem Sturm beschädigte Kellinghusener Wahrzeichen glänzt wieder / Jetzt muss aber noch der Holzsockel saniert werden

von
erstellt am 21.Aug.2014 | 17:00 Uhr

Er ist wieder da – der Wetterhahn der St. Cyriacus Kirche kehrte zurück ins heimische Gotteshaus. An seinem derzeitigen Standort unter der Kanzel bietet er einen imposanten Anblick. Pastor Lothar Volkelt, Kirchengemeinderatschef Günter König und Küster Horst Hülsmann nahmen die Metallskulptur in Empfang. Frisch mit einem hauchdünnem Blattgoldüberzug versehen, erstrahlen Hahn und Kugel in gänzlich ungewohntem Glanz. Wie lange das Schmuckstück im Kircheninneren bleiben muss, wird sich zeigen. Bevor es auf der Kirchturmspitze wieder stolz die goldenen Gockelfedern spreizen kann, muss die Holzkonstruktion darunter saniert werden.

Auf ihr beliebtes Wahrzeichen verzichten müssen die Störstädter seit Sturm „Christian“ im vergangenen Oktober orkanartige Windböen über das Land schickte. Immer wieder brausten sie auch über den Kirchenberg und zerrten solange an dem Windrichtungsanzeiger, bis er sich zur Seite neigte. Zahlreiche Kellinghusener reckten damals die Hälse. Alt eingesessene Bürger kramten Kindheitserinnerungen hervor. Die vertraute Ansicht in spektakulärer Schieflage, das hatte es noch nicht gegeben. An eine Kirchturmspitze ohne die bekannte Silhouette konnte sich niemand erinnern. Rund 30 Jahre hielt der Hahn Wind und Wetter unbeschadet stand. Zu verdanken war dies einer Konstruktion mit Stahlseil, die als Maßnahme zur Wetterfestigkeit für mehr Standfestigkeit sorgen sollte. Die Nachricht vom Sturmschaden verbreitete sich via Facebook und Co. in Windeseile. Küster Hülsmann handelte derweil schnell und umsichtig. Nach kurzer Zeit war das Gelände rund um den Feldsteinbau abgesperrt. Trotz aller Befürchtung hielt der Gockel sich in der Schrägposition. So mir nichts dir nichts aufgerichtet werden konnte das rund 2,50 Meter hohe und zirka 35 Kilogramm schwere Metallgebilde jedoch nicht. Eine Spezialfirma aus Elmshorn rückte mit einem Hubwagen und schwindelfreien Handwerkern an. In einer halsbrecherischen Aktion holten sie den geknickten Wetterhahn aus rund 30 Metern Höhe auf die Erde. Bei näherer Betrachtung zeigte sich, dass das gute Stück einer grundlegenden Sanierung bedurfte. Wie jetzt zu sehen ist, erledigten die Fachleute des Husumer Unternehmens Norddeutsche Metallkunst diese Aufgabe auf das Allerfeinste.

„Gemeinderatsmitglieder und auch die Pastoren wurden immer wieder auf die traurige Ansicht der Turmspitze angesprochen“, erklärt König. Ein Zeichen dafür, dass der Kirchturmgockel den Bürgern lieb ist. Aber ist er ihnen auch teuer? Unerwartete zusätzliche Kosten im sechsstelligen Bereich durch den Sturmschaden dürften seine Installation noch eine Weile verzögern. Die Öffnung der Kirchturmspitze offenbarte als böse Überraschung eine marode Holzkonstruktion. „Hinzugezogene Sachverständige stellten einen grundlegenden Sanierungsbedarf fest“, sagt König. Kostenpunkt: 168 000 Euro. Bevor die Handwerker loslegen können, muss die Summe noch vom Kirchenkreis genehmigt werden. Da die Mittel für das laufende Jahr bereits verplant sind, könne mit einem Baubeginn erst 2015 gerechnet werden, so König. Aber auch wenn der Kirchenkreis den Investitionsplan genehmigt, bleibt die Kirchengemeinde auf einem Anteil in Höhe von rund 56 000 Euro sitzen. „Diese ungeahnte Ausgabe, stellt uns vor große Schwierigkeiten“, unterstreicht der Ratsvorsitzende. Im Kirchenraum neben dem Wetterhahn hat der Küster bereits einen Spendentopf aufgestellt.

 

Zum baldigen Wiederaufbau des Wahrzeichens beitragen können Bürger außerdem per Überweisung unter dem Stichwort „Kirchturmspitze“ bei der Sparkasse Westholstein, BLZ 222 500 20, Konto 40002634.

 

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