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Norddeutsche Rundschau

20. August 2017 | 20:05 Uhr

Westküstengelder für Segler-Hafen ?

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Rundschau

Zwei Projekte sollen das Areal der SVB aufwerten und für den Tourismus interessanter machen

Wassersport ist ein Wirtschaftsfaktor. „Jeder Segler lässt in dem Hafen, in dem er fest macht am Tag 50 Euro“, fasst Jürgen Ehlert von der Seglervereinigung Brunsbüttel (SVB) einschlägige Untersuchungen zusammen. Das bedeutet allein für die Schleusenstadt einen beachtlichen Umsatz: Rund 2000 Gästeboote legten im vorigen Jahr im Alten Hafen bei der SVB an. Bei durchschnittlich zwei Personen Besatzung ergibt dies eine Summe von 200  000 Euro, ausgegeben fürs Essengehen, Lebensmittel und andere Dinge, die Segler bei ihren Törns an Bord benötigen. Ehlert weiß auch, dass es etliche Segler gebe, die aus Freiburg oder Otterndorf mal eben über die Elbe Brunsbüttel ansteuern, um dort zu shoppen. Vor diesem Hintergrund plant die SVB zwei Projekte, für deren Verwirklichung sie auf Westküstengelder hofft. Die Stadt ist mit im Boot – allerdings nicht finanziell.

Eingeworben werden sollen die Gelder aus dem Projekt Integrale Territoriale Investition, kurz: ITI. Energieeffizienz und Tourismus sollen damit gestärkt werden. Weil Vereine sich nicht bewerben können, sind die Segler aus der Schleusenstadt mit ihren beiden Projekten unter das Dach einer Allianz aus den Städten Itzehoe und Brunsbüttel sowie dem Fraunhofer Institut in Itzehoe und der Fachhochschule Westküste geschlüpft: „Innovatives Itzehoe und Brunsbüttel“. Die dort verwirklichten Ideen müssen nicht zwingend gemeinsam getragen werden.

Zum einen schwebt der SVB der „Null-Energie-Hafen“ vor. Das heißt, Beleuchtung von Hallen, Clubheim und Schlengeln sowie Warmwasser für die sanitären Anlagen sollen über Photovoltaik (15 kW) und eine Kleinwindkraftanlage (15kW) erzeugt werden. Nicht verbrauchte Energie soll zwischengespeichert werden. Bei dieser Idee lässt sich die SVB vom Energiebüro SHeff-Z in Neumünster beraten. Die Realisierung würde rund 500  000 Euro kosten. Der Null-Energie-Hafen wäre ein Modellprojekt für andere Standorte.

Das zweite Projekt rückt den Tourismus ins Zentrum und sieht eine Modernisierung des Clubhauses und der Sanitäranlagen vor. Beide könnten, so Ehlert, auf Stelzen über einem der Bootsschuppen entstehen. Das jetzige Clubhaus ist regelmäßig von Sturmfluten bedroht, der Duschtrakt liegt jenseits des Deichs im alten Stadtbauamt. Erneuert werden sollen zudem die Schlengel auf 70 Metern Länge im Alten Hafen. An diesen Stegen liegen in der Regel Gästeschiffe, die jetzigen Schlengel sind marode, müssen ersetzt werden. Und sie sind für Ältere unbequem von den Booten zu erreichen. Hinzu käme ein Wohnmobilstellplatz hinter einem Bootsschuppen mit unverbautem Blick auf die Elbe. Gesamtkosten: 570  000 Euro.

Die Segler sind zuversichtlich, wenigstens für eines der beiden Projekte Fördergelder bekommen zu können. Die Zuschüsse reichen von 50 bis 80 Prozent. Den Rest würde jeweils die SVB tragen, erklärt Ehlert. Die jährliche Kostenersparnis liege beim Null-Energie-Hafen bei 12  000 Euro, bei dem zweiten Projekt könnte der Verein jährliche Unterhaltungskosten in Höhe von rund 18  000 Euro einsparen.

Im Bauausschuss lobte Bürgermeister Stefan Mohrdieck bei der Projektvorstellung die Seglervereinigung: Sie habe selbstständig Ideen entwickelt, von denen Brunsbüttel profitieren würde.

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erstellt am 19.Mär.2015 | 10:13 Uhr

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