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Norddeutsche Rundschau

11. Dezember 2017 | 01:42 Uhr

Werbeaktion

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Rundschau

shz.de von
erstellt am 05.Feb.2016 | 09:12 Uhr

Gegen Geschäftstüchtigkeit ist ja im Grunde nichts zu sagen. Wenn Unternehmen allerdings auf eher fragwürdige Weise die Kirche vor ihren Karren spannen wollen, muss man sich zumindest wundern. Angefangen hatte es mit der Aussicht auf eine gute Sache. Im Wilsteraner Gotteshaus sollte ein Defibrillator installiert werden, damit auch hier im Notfall schnelle Hilfe geleistet werden kann. Angeblich, so hatte es geheißen, stehe hinter dem Projekt die Deutsche Herzstiftung. Der Haken: Das medizinische Gerät hätte erst durch Spenden aus der hiesigen Geschäftswelt finanziert werden müssen. Die Geschäftsleute hätten sich dem Ansinnen sicher nicht verschlossen. Die Frage ist nur, ob eine Verkaufsaktion unter dem Deckmantel der richtige Weg ist. Hinzu kommt: In der Kirche hätte man auch noch eine Werbetafel mit den Spendern aufstellen sollen. Werbung für die Kirche ist ja gut, Werbung in der Kirche eher nicht. Die Gemeinde hat denn auch dankend abgelehnt. Sorgen, dass jetzt bei Notfällen nicht rechtzeitig geholfen werden kann, muss man ohnehin nicht haben. Direkt gegenüber der Kirche steht im rund um die Uhr zugänglichen Vorraum der Sparkasse ein Defibrillator bereit. Da müssen also weder Kirche noch die Geschäftswelt jetzt ein schlechtes Gewissen bekommen.

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