Jugendschutz : Wer rettet uns vor Bushido und Co.?

Laden gemeinsam zur Fachtagung ein: die Kreisjugendpfleger Gerd Manzke (li.) und Stefan Rönnau.
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Laden gemeinsam zur Fachtagung ein: die Kreisjugendpfleger Gerd Manzke (li.) und Stefan Rönnau.

Erstmals tun sich beim Thema Jugendschutz die Kreise Steinburg und Dithmarschen für eine gemeinsame Veranstaltung zusammen.

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11. Juni 2014, 17:19 Uhr

Jugendschutz: Das riecht nach Razzien in Diskotheken und peinlichen Befragungen an der Kinokasse. Das jedenfalls ist nach Einschätzung des Dithmarscher Jugendschutzbeauftragten Gerd Manzke die öffentliche Wahrnehmung einer Gesetzgebung, die mitunter auch als unerwünschte Bevormundung verstanden werde. „Und die Jugend selbst will gar nicht geschützt werden.“

Dabei hätten sich die gesetzlichen Rahmenbedingungen durchaus bewährt, fährt Manzke fort und nennt als Beispiel die Heraufsetzung der Altersgrenze beim Tabakkonsum auf 18 Jahre. Bleibe die Frage: „Wer braucht eigentlich Jugendschutz ?“

Genau unter dieser Fragestellung laden die Kreise Steinburg und Dithmarschen jetzt erstmals zu einer großangelegten gemeinsamen Fachtagung ein. Am Dienstag, 24. Juni, geht es in den Räumen der Regionalschule Brunsbüttel (Bojestraße) um höchst unterschiedliche Aspekte des Jugendschutzes. Die Bandbreite reicht dabei vom Umgang mit Medien über Erfahrungen aus Alkoholtestkäufen und Vorbeugung auf vielen Ebenen.

„Es ist ein offenes Angebot für alle, die mit Kindern und Jugendlichen zu tun haben, aber auch für interessierte Eltern und die Jugendlichen selbst“, sagt der Steinburger Kreisjugendpfleger Stefan Rönnau. „Es wird kurze und knappe Beiträge und im Idealfall anschließend gute Diskussionen geben“, hofft sein Dithmarscher Kollege Manzke. Ein Anlass für die jetzige Fachtagung ist für ihn auch die Erkenntnis, dass junge Leute mehr denn je „einen kleinen Schutzschirm im digitalen Zeitalter und in unserer Spaßgesellschaft brauchen“.

Die Bandbreite der Referenten ist so groß wie die Themenpalette. Unter anderem wird Sabine Schmidt-Klüß vom Schulternbeirat der Regionalschule die Frage aufwerfen „Wann muss mein Kind zu Hause sein?“. Finnja Brenner und Kevin Schröder beleuchten das Thema aus der Sicht der Jugendlichen, und Gyde Hansen vom Sozialministerium unternimmt einen Streifzug durch das Jugendschutzrecht. „Wer rettet uns vor Bushido und Co.?“ Ein Antwort darauf will ein Vertreter der Bundesprüfstelle geben, während Andreas Leimbach vom Jugendschutz Neumünster aus Erfahrungen mit Alkoholtestkäufen berichtet.

Beginn der Fachtagung ist um 13.30 Uhr. Am Ende soll, so die Hoffnung von Gerd Manzke, die Gewissheit stehen, dass Jugendschutz keine Sache von „Kontrollfuzzis“ ist, sondern eine wichtige Hilfestellung im Alltag bieten und leisten kann.

>Anmeldungen noch bis 20. Juni bei Gerd Manke (0481/971494 oder unter gerhard.manzke@dithmarschen.de) oder bei Stefan Rönnau (04821/69/398 oder unter roennau@steinburg.de)

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