zur Navigation springen

Sturm „Xaver“ : Wenn’s steigt, müssen Deichläufer raus

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Rundschau

Im Feuerwehrgerätehaus Brokdorf laufen die Fäden zusammen. Wehrführung, Verwaltung und Deichgrafen sind die ganze Nacht im Einsatz.

shz.de von
erstellt am 05.Dez.2013 | 19:51 Uhr

Das Orkantief „Xaver“ hält auch die Katastrophenabwehrkräfte in der Wilstermarsch in Atem. In Brokdorf, genauer im dortigen Feuerwehrgerätehaus, laufen die Fäden zusammen. Am frühen Abend richteten sich Amtswehrführer Thorsten Heins, sein Stellvertreter Axel Erdmann, der Brokdorfer Dirk Oesau sowie der Deichgraf und Vertreter aus dem Ordnungsamt vor Ort ein. „Insgesamt acht bis neun Mann halten hier die Stellung“, erklärt der Amtswehrführer. Auch Kameraden der freiwilligen Feuerwehr sind zur Unterstützung vor Ort. Die ganze Nacht und wenn es sein muss, wird Verstärkung angefordert.

Telefon, Fax, Computer dienen der Wehrabschnittsleitung als Verbindung zu den Außenposten und zum übergeordneten Katastrophenstab des Kreises. Auch die Freiwillige Feuerwehr Wilster im Einsatz, um einen Funkverkehr entlang der Deichlinie aufzubauen. „Wir sind einsatzbereit und warten auf die Dinge, die auf uns zukommen“, sagte Heins. Man sei in jedem Fall gut vorbereitet.

In Alarmbereitschaft sind auch die Deichgrafen. „Momentan ist noch verhältnismäßig ruhig“, stellte Oberdeichgraf Klaus-Peter Krey noch am Mittag fest. Er sei aber schon in der Nacht zu gestern informiert worden, dass am Nachmittag mit einem um eineinhalb bis zwei Meter höher auflaufenden Hochwasser zu rechnen sei. Krey, bei dem die Fäden eines möglichen Katastropheneinsatzes am Elbdeich zusammenlaufen, geht davon aus, dass sich die Situation im Laufe der Nacht verschlimmern könnte.

Ab 3,5 Meter über Normalnull müssen die Deichgrafen raus. Gemeinsam mit zwei Kameraden der Feuerwehr werden dann regelmäßig die Deiche abgegangen, Schäden aufgenommen und die Wasserstände gemeldet.

Der Oberdeichgraf arbeitet eng mit den Deichgrafen der vier Deichabschnitte am Elbdeich zusammen: Hauke Huusmann in Wewelsfleth, Reimer Ott in Brokdorf, Jochen Looft in Scheelenkuhlen und Hans-Heinrich Göttsche in St. Margarethen/Büttel. Sie waren gestern noch nicht an die Deiche gerufen worden. „Sie werden erst eingesetzt, wenn das Landesamt für Küsten- und Naturschutz den entsprechenden Alarm auslöst“, sagte Klaus-Peter Krey gestern Nachmittag. „Die Deichgrafen wohnen und leben alle unmittelbar am Deich und schauen schon aus eigenem Interesse immer wieder auf die Elbe, um sich ein Bild von der laufenden Entwicklung zu machen. Krey ging davon aus, dass der Höhepunkt beim Morgenhochwasser gegen 4 Uhr in der Nacht zu heute erreicht sein werde.

Zu diesem Zeitpunkt erwartet Amtswehrführer Thorsten Heins ein Rekordhochwasser um sechs Meter über dem Mittleren Tidehochwasser (MTH). Das sei dann sogar höher als bei der Flutkatastrophe im Februar 1962. Die Deiche sind seitdem aber verstärkt und um drei Meter erhöht worden.

Karte
zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Kommentare

Leserkommentare anzeigen