Wenn die Familie Hilfe braucht

Zeigt bei Familie Stiepani in Wulfsmoor, wie schwer es ist, allen Anforderungen gerecht zu werden (v..li.): Lauri Stiepani mit dem kleinen Piet (2), an der Eisenbahn und zu Besuch Arved (9), als Mitarbeiterin des Familien unterstützenden Dienstes der Lebenshilfe (FuD) Annika Frers, im Rollstuhl Phili (15) und Peter Stiepani rechts.
Zeigt bei Familie Stiepani in Wulfsmoor, wie schwer es ist, allen Anforderungen gerecht zu werden (v..li.): Lauri Stiepani mit dem kleinen Piet (2), an der Eisenbahn und zu Besuch Arved (9), als Mitarbeiterin des Familien unterstützenden Dienstes der Lebenshilfe (FuD) Annika Frers, im Rollstuhl Phili (15) und Peter Stiepani rechts.

Netzwerk sieht Chancen und Perspektiven durch neues Pflegestärkungsgesetz

shz.de von
21. Januar 2015, 15:14 Uhr

Zwei Jungen, deren Behinderung unterschiedlicher nicht sein könnte, und der gleiche Hilfebedarf für ihre Familien: Während Phili (15) im Rollstuhl sitzt, sich allein kaum bewegen, nicht sprechen kann und bei nahezu allem auf Hilfe angewiesen ist, ist der neunjährige Arved entweder „an oder aus“ – typisch für das Cri-du-Chat-Syndrom, sehr anstrengend für seine Umwelt. Die Eltern der beiden Steinburg-Schüler wüssten ohne regelmäßige Entlastung nicht, wie sie rund um die Uhr, sieben Tage die Woche, jahrein, jahraus die Pflege der Kinder leisten könnten. Das Pflegestärkungsgesetz, das seit dem 1. Januar in Kraft ist, bietet Familien mit pflegebedürftigen Angehörigen neue Möglichkeiten: Finanziell und organisatorisch, zum Teil auch ohne, dass eine Pflegestufe anerkannt wurde.

Am Ende Angebote und Nachfrage aufeinander abzustimmen, ist keine leichte Aufgabe. Gerade auf den Dörfern ist Unterstützung nicht immer optimal gewährleistet. Kommen spezielle Anforderungen hinzu, wird es noch schwieriger. „Diabetes, Krampfanfälle, Sauerstoffmangel – da traut sich nicht jeder die Betreuung zu“, erläutert Heike Bader vom Bunten Kreis, der auch medizinisch ausgebildete Mitarbeiter zur Unterstützung in die Familien schickt.

„Entlastung ist unglaublich wichtig für uns alle“, unterstreicht Antje Hachenberg als Vorsitzende des Elternvereins der Lebenshilfe Steinburg. „Eltern und Geschwister müssen regelmäßig Pausen vom anstrengenden Pflegealltag haben – durchatmen können, mal etwas für sich machen, gemeinsame Familienaktivitäten nicht nur unter Hoch- und Dauerdruck gestalten.“ Als Koordinatorin des Familiennetzwerks „Mit uns für alle“ rät sie daher allen betroffenen Familien, die Infoveranstaltung der Lebenshilfe Steinburg am Mittwoch, 28. Januar, zu nutzen. An diesem Abend wird Familienreferentin Ulrike Tofaute vom Lebenshilfe Landesverband in Kiel die neuen Unterstützungsmöglichkeiten umfassend erläutern.

>Zum Vortrag um 19.30 Uhr in der Lebenshilfe-Kita (Einhardstraße 37, Itzehoe) sind aus organisatorischen Gründen Anmeldungen erbeten bei Veronika Schlegel unter 04821/1358822.

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