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Norddeutsche Rundschau

12. Dezember 2017 | 17:03 Uhr

Wenn der Vorhang fällt

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Rundschau

shz.de von
erstellt am 21.Nov.2014 | 09:24 Uhr

Es ist schon ein paar Wochen her. Morgens ist er zum Arzt gegangen. Weil er so schlecht Luft bekam, das Atmen so schwer war. Er kam sofort ins Krankenhaus. Noch auf dem Weg dorthin blieb sein Herz das erste Mal stehen. Einen Tag später war er tot.

Am Ewigkeitssonntag werden sie wieder miteinander in die Kirche gehen, seine alte Mutter, seine Lebensgefährtin, seine Tochter aus erster Ehe. Wie bei seiner Beerdigung, miteinander und doch jede für sich allein in ihrer Not. Sein Name wird vorgelesen werden, noch einmal Gott ans Herz gelegt. Und damit alles, worauf sie hoffen und was sie umtreibt. Im Augenblick des Todes, so sagt es Paulus, wird uns ein Licht aufgehen. Wird der Vorhang zwischen dieser und einer anderen Welt weggenommen, sehen wir klar, hören unsere Fragen auf. Dann sind wir auf der anderen Seite und jemand, den wir jetzt nicht sehen können, sieht uns an. Und wir erkennen – in dem Blick der Liebe, der uns trifft – dass wir erkannt sind und geliebt bleiben.

Das ist die Verheißung für die drei, die sich nach ihm sehnen und ihn aufgehoben wissen müssen. Und es bleibt die Herausforderung für die Tage ihrer Trauer, diesem Blick der Liebe schon für ihren Weg hier, diesseits des Vorhangs, zu trauen.

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