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Norddeutsche Rundschau

18. Oktober 2017 | 20:54 Uhr

Aufklärung : Wenn aus Spiel Sucht wird

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Rundschau

Aktionstag in Itzehoe: Informationen in Spielhallen des Kreises.

shz.de von
erstellt am 26.Sep.2014 | 05:00 Uhr

Viel zu tun gab es gestern für Martin Witte von der Fachstelle Glücksspielsucht der Kreise Pinneberg/Steinburg. Denn es war der bundesweite Aktionstag Glücksspielsucht – und der wurde genutzt, um auf die Beratungsstellen aufmerksam zu machen. „Ich verteile überall dort, wo es Spielautomaten gibt, Flyer“, erklärte Witte.

Glücksspielsucht sei eher eine Männersucht. „Rund 90 Prozent unserer Klienten sind männlich“, so Witte. Sie kommen aus allen sozialen Schichten. „Sogar Mathematiker sind dabei – und die wissen eigentlich genau, was sich abspielt.“ Der Trend allerdings gehe zur jüngeren Generation: Schüler, die ihr Taschengeld auf den Kopf hauen, Auszubildende, die ihr Lehrgeld an den Automaten verzocken. Aber auch immer mehr Migranten kämen in Spielhallen, fügte Witte hinzu.

„Es ist der Reiz zu gewinnen, der die Menschen in die Spielsucht treibt“, weiß er Die Süchtigen suchen das Adrenalin, das sie ihre Probleme vergessen lässt. „Meistens sind es Schulden.“ Wird erst einmal etwas gewonnen, genießen die Betroffenen das Spiel. Schnell aber werde aus dem Genuss eine Sucht, ein „Kontrollverlust über das eigene Verhalten“.

Nach einer Therapie bleiben rund 40 Prozent der Spielsüchtigen längerfristig abstinent. „Es ist eine gefährlich Entwicklung, der wir mit Prävention entgegen steuern“, so Witte. Er habe in den Spielhallen des Kreises viele freundliche Kontakte erlebt. So sei er nicht nur mit Betroffenen ins Gespräch gekommen, sondern auch mit den Betreibern oder Angestellten. „Wir sind alle geschult und wissen um die Probleme der Spielsucht“, unterstrich eine Mitarbeiterin eines Itzehoer Spielkasinos.


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