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Verkehrsstatistik : Weniger Unfälle, aber mehr Tote

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Rundschau

Die Polizeiinspektion stellt die Verkehrsstatistik vor: 631 Verkehrsunfälle im Jahr 2013 – und fast jeder Zehnte fährt zu schnell.

shz.de von
erstellt am 06.Apr.2014 | 08:00 Uhr

Wer die Chancen minimieren möchte, in einen Verkehrsunfall verwickelt zu werden, sollte an einem Mittwoch oder Sonntag zwischen 1 und 4 Uhr im Frühjahr auf den Kreisstraßen unterwegs sein. Dort geschehen statistisch gesehen die wenigsten Unfälle. Grundsätzlich sind die Verkehrsteilnehmer in den Kreisen Steinburg und Dithmarschen aber schon mal am richtigen Ort. Denn neben Nordfriesland passiert dort auf den Straßen pro Kilometer auf 100 000 Einwohner am wenigsten. Das könnten die Weisheiten aus dem aktuellen Verkehrssicherheitsbericht sein, der gestern von Ingo Schopp und Heino Junge von der Polizeidirektion Itzehoe vorgestellt wurde. Demnach sind im vergangenen Jahr im Kreis Steinburg 631 Verkehrsunfälle registriert worden. Nicht enthalten sind die 1449 einfachen „Blechschäden“, die zwar aufgenommen werden, aber keiner intensiven Nachbearbeitung bedürfen.

Die Zahl der Unfälle ist mit 7,7 Prozent entgegen dem Landestrend deutlich rückläufig, und auch die Zahl der Verletzten ging zurück – allerdings hat die Zahl der Verkehrstoten in 2013 im Zehn-Jahres-Vergleich wieder den Höchststand von 2004 erreicht, als ebenfalls elf Menschen ums Leben gekommen waren.

Die meisten Unfallverursacher finden sich in den Altersgruppen zwischen 18 und 24 Jahren sowie über 60 Jahren. Die meisten Unfälle entstehen durch nicht angepasste Geschwindigkeit (147), Missachtung der Vorfahrt (157) und falsches Abbiegen oder Wenden (88). Während in der jüngeren Altersgruppe die Geschwindigkeit oft Ursache ist, sind es bei den Senioren meistens Vorfahrtsmissachtung.

Der Abwärtstrend im Zehn-Jahres-Vergleich sei auch der zunehmenden Sicherheitstechnik durch die Fahrzeughersteller zu verdanken, erklärte Ingo Schopp, Leiter des Verkehrswesens bei der Polizeidirektion. Aber auch die Polizei habe ihren Anteil dazu beigetragen. Regelmäßig fänden beispielsweise Begehungen von Unfallschwerpunkten statt. Wobei bereits von Schwerpunkt gesprochen wird, wenn drei Unfällen des gleichen Typs in einem Jahr geschehen. Solche Bereiche gab es beispielsweise bei der Abfahrt von der Bundesstraße 5 in Bekmünde. Dort soll die Verkehrsführung geändert werden. Auch auf der Kreuzung der Kreis- (66) mit der Landesstraße (128) in Puls hat es bereits mehrfach gekracht. Bisher brachten verschiedene bauliche Maßnahmen kaum Besserung. Nun soll dort eine Ampel installiert werden. Mit deutlich geringerem Aufwand soll die Kreuzung Langer Peter/Adolf-Rohde-Straße entschärft werden. Dort wird die „abgängige Markierung“ erneuert.

Zwei Schwerpunkte bei der Bekämpfung von Ursachen der Verkehrsunfälle stehen auch künftig im Mittelpunkt. Zunehmend werden sich die Beamten der Polizeiinspektion mit ADM-Delikten – also Alkohol, Drogen und Medikamente – beschäftigen. Zudem soll die Zahl der Unfälle mit der Beteiligung von Radfahrern verringert werden. Dauerbrenner sind nach wie vor die Raser, die mit drei mobilen Großgeräten in den Kreisen Steinburg und Dithmarschen erwischt werden sollen. Im vergangenen Jahr war von 1, 254 995 Millionen gemessenen Fahrzeugen fast jeder zehnte zu schnell. Und auch ein neues Fahrzeug mit Videoüberwachung ist seit kurzem im Einsatz.

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