Unternehmer in Sorge : Wenig Bewegung beim Störschlick

Umschlag im Hafen von Itzehoe: Am Kai wird Dünger für die Firma Trede & von Pein aus dem Binnenschiff Fulda gelöscht. Schiffe dieser Größe sollen auch in Zukunft die Stör hinauffahren können, versichert das zuständige Wasserstraßen- und Schifffahrtsamt Hamburg.
Umschlag im Hafen von Itzehoe: Am Kai wird Dünger für die Firma Trede & von Pein aus dem Binnenschiff Fulda gelöscht. Schiffe dieser Größe sollen auch in Zukunft die Stör hinauffahren können, versichert das zuständige Wasserstraßen- und Schifffahrtsamt Hamburg.

Vier Unternehmen am Gewässer beklagen abnehmende Schiffbarkeit – zuständige Behörde verspricht Erhalt des Status quo.

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02. März 2017, 05:00 Uhr

Schnelle Lösungen für die Stör sind nicht zu erwarten, aber alle Beteiligten wollen konstruktiv im Gespräch bleiben – so lässt sich das Ergebnis eines vierstündigen Treffens gestern zu Problemen mit der Schiffbarkeit des Flusses zusammenfassen.

Eingeladen hatten drei Itzehoer Unternehmen – der Landhandel Trede & von Pein, die Mühlenwerke Rusch und das Schrott- und Recyclingunternehmen ISR, außerdem die Peters-Werft aus Wewelsfleth. Alle vier benötigen die Stör als Wasserstraße für ihre unterschiedlichen Geschäfte, und alle vier eint die Sorge um den Zustand des Flusses. Der werde durch Schlickablagerungen in einigen Bereichen zunehmend flacher und schmaler. Schiffsverkehr sei schon heute schwierig und könne in Zukunft unmöglich werden, so die Befürchtung der Unternehmen, die zusammen nach eigenen Angaben knapp 450 Menschen in der Region beschäftigen.

Ihre Sorgen trugen sie einem Publikum aus Bundes-, Landes- und Kommunalpolitikern sowie Vertretern der Verwaltung auf Gemeinde-, Kreis- und Bundesebene vor. Adressat der Klagen war vor allem ein Gast: Detlef Wittmüß, Leiter des Wasserstraßen- und Schifffahrtsamtes Hamburg, dessen Behörde für die Bundeswasserstraße Stör zuständig ist. Wittmüß bestätigte, dass kontinuierlich Sedimente in die Nebenflüsse der Elbe eingetragen werden. „Das Problem ist nicht neu. Die Flut läuft seit langem schneller auf, als das Wasser bei Ebbe wieder abläuft. Dies führt dazu, dass vom Wasser mitgeführte Sedimente sich ablagern.“ Dem entgegenzuwirken, sei Aufgabe seiner Behörde. Und das tue man auch – jetzt und in Zukunft. Jährlich werde die Stör vermessen, und an „neuralgischen Punkten“ werde mittels eines Spülbaggers zweimal im Jahr Schlick an tiefere Stellen verbracht.

So werde eine mittlere Tiefe von 3,40 Metern gewährleistet. Dafür, dass dies für die Unternehmen an der Stör teilweise nicht ausreichend sei, zeigte Wittmüß zwar Verständnis, machte aber auch deutlich, dass von Seiten des Amtes keine weiteren Schritte möglich seien. „Die Gesetzgebung setzt uns sehr enge Grenzen.“ Jede Verbesserung für die Schifffahrt erfordere umfangreiche Planfeststellungsverfahren. Im Fall der Peters-Werft bereiteten zusätzlich wettbewerbsrechtliche Hürden Probleme. Beides liege nicht im Handlungsfeld der Verwaltung, sondern bei der Politik. Das Beispiel der Meyer-Werft in Papenburg zeige, dass vieles möglich sei, wenn Landes- und Bundespolitik eng zusammenarbeiten. Diesen Hinweis nahmen die anwesenden Bundestagabgeordneten auf. Es sei sinnvoll, eher mehr Warenverkehr auf dem Wasser abzuwickeln, sagte Karin Thissen (SPD). Sie werde in Berlin für die Stör „kämpfen“. „Stark machen“ will sich auch ihr CDU-Kollege Mark Helfrich. Was beide aber auch klar stellten: Schnelle Lösungen wird es nicht geben.

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