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Norddeutsche Rundschau

21. Oktober 2017 | 13:09 Uhr

Fortschritt : Wende in der Innenstadt

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Rundschau

Am 4. April öffnen die Türen im Haltermann-Haus in der Breiten Straße. In diesem Zusammenhang wird der Ruf nach einheitlichen Öffnungszeiten in der Innenstadt laut.

von
erstellt am 26.Feb.2014 | 11:45 Uhr

Freitag, 4. April. An diesem Tag will Sven Haltermann das Erdgeschoss im ehemaligen Hertie-Haus eröffnen, „größtenteils mit günstiger Mode“. Das gab der Geschäftsführer von Behrens & Haltermann am Montagabend beim Fachgespräch Innenstadt bekannt. Und er versuchte, die Anwesenden im vollen Studio des theater itzehoe mitzureißen: „Jetzt haben wir die einmalige Chance, mit gemeinsamen Öffnungszeiten den Standort zu bewerben und zu entwickeln.“

Möglichst schnell solle die Eröffnung in der Breiten Straße kommen, weil mehr Leben dort „ganz dringend notwendig“ sei, so Haltermann. Er werde als Retter der Innenstadt gesehen. „Das bin ich nicht. Ganz allein können wir überhaupt nichts schaffen.“ Die Chance müsse im Schulterschluss ergriffen werden. Deshalb hofft Stadtmanagerin Lydia Keune-Sekula auf sehr viele Aktionen der Kaufleute zum verkaufsoffenen Sonntag am 6. April, direkt nach der Eröffnung des Hertie-Hauses. „Es geht nur zusammen“, betonte auch Bürgermeister Dr. Andreas Koeppen. Trotz manch negativer Entwicklung gebe es keinen Grund zu resignieren. Die Lösung für Hertie werde dort die Leerstände füllen, insgesamt gelte es, aus der Innenstadt einen Ort zu machen, an dem man sich gern aufhalte.

Dabei sind einheitliche Öffnungszeiten aus Sicht Haltermanns „unheimlich wichtig“. Er wünscht sie sich schon ab 1. April, zunächst als Test bis Jahresende. Dieser werde erfolgreich sein, sagte Justus von Kries, dessen Hamburger Firma K.G.I. mit der Innenstadt-Vermarktung beauftragt ist. Eine Arbeitsgruppe zum Thema Öffnungszeiten wurde gebildet – und weitere Innenstadt-Händler als Mitwirkende sind willkommen, so Lydia Keune.

Sie unterstrich ebenfalls den Wunsch nach Gemeinsamkeit, der sich an diesem Abend speziell an die Eigentümer von Innenstadt-Immobilien richtete. Justus von Kries präsentierte die von seiner Firma entwickelte Matrix. Sie liefert detaillierte Informationen zu 300 gewerblich genutzten Gebäuden und Empfehlungen zum Branchenmix. Die Nachfrage anderer Städte nach dieser Matrix sei groß, sagte der Hamburger. „Itzehoe hat sie.“ Die Trendumkehr für die Stadt sei auf dem richtigen Weg, die Eigentümer sollten das Instrument ohne Berührungsängste nutzen: „Helfen Sie damit sich selbst und auch Itzehoe!“ Dies wiederum sollte rechtzeitig geschehen, damit nach einer Kündigung gar nicht erst ein Leerstand entstehe, wünschte sich Lydia Keune.

Sie hoffte, dass nach dem Hertie-Haus – allgemein schon Haltermann-Haus genannt – in Kürze eine zweite Initialzündung verkündungsreif sein wird. Von Kries präsentierte zudem eine Liste, wonach es Verhandlungen für zehn Geschäfte sehr unterschiedlicher Größe gebe, darunter Mode, Biomarkt und ein Kompakt-Kaufhaus. Gemeint ist Woolworth in der Breiten Straße, doch entscheidend dafür sei die Entwicklung der Kundenfrequenz im Umfeld. Für sechs der zehn Interessenten seien die passenden Flächen gefunden. Unter der Überschrift „Im Visier“ läuft ein Saturn-Markt – „für die haben wir im Moment die Fläche nicht“, so von Kries. Das Ziel: „Es wächst nach und nach ein Branchenmix in der Innenstadt, der auch wirklich nachhaltig ist.“

Zum Schluss hatte der Bürgermeister eine Frage: Solle die Breite Straße dauerhaft für Autos offen bleiben? Aus seiner Sicht, so Koeppen, sei es ein guter Schritt, die Umsätze dort seien gestiegen. Widerspruch von Händlern gab es nicht, ein eindeutiges Ja kam von der einstigen Gegnerin Anka Stahl (Wolllust): „Es wird super positiv angenommen.“ Nachgedacht wird laut Lydia Keune nur darüber, dass die Autos künftig vom Sandberg aus die Breite Straße hinab rollen: „Wir wissen noch nicht genau, in welche Richtung der Verkehr fließen wird – aber er wird fließen.“

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