Unterhaltung : Weltreise mit viel Musik und Witz

Joja Wendt
Joja Wendt

Joja Wendt zeigt die Fortzeszung seiner "Weltreise in 88 Tasten": "Die Reise geht weiter". Seine Karriere begann der Künstler in Itzehoe.

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15. Februar 2013, 09:16 Uhr

itzehoe | Joja Wendt und Itzehoe - das ist eine Liebe! "Natürlich" begann hier seine Karriere, "natürlich" spielt er vor diesem Traumpublikum seine schwierigsten und eigentlich für einen sterblichen Pianisten unspielbaren Stücke, "natürlich" gibt er nur hier den "Klimper-Jack", der an keinem Klavier vorbeigehen kann, ohne von Swing- oder Boogie-Rhythmen ergriffen zu werden. Und "natürlich könnt ihr das alles googeln".
Dieser Satz entwickelte sich zum Running Gag seiner "Weltreise in 88 Tasten", deren Fortsetzung "Die Reise geht weiter" der Tastenkünstler "ehrenwerterweise" im hiesigen Haus präsentierte. Immer, wenn er in seinen augenzwinkernden Moderationen ins Reise-Latein verfiel, ging ein Raunen durch das proppenvolle theater itzehoe ob der haarsträubenden Geschichtchen, die er da servierte. Sein Tableau: Sein hydraulischer Flügel, der mittanzen kann, und Michelle Pfeiffer räkelte sich auch schon lasziv auf ihm. Schon klar: Können wir googeln!
Joja Wendt tritt mit Christoph Buhse (Schlagzeug) und Thomas Biller (Kontrabass) als Jazz-Trio auf. Und trotz Swing und Boogie: Die können auch klassisch. Aber selbst bei Carmen, Vivaldis Sommer oder unserer Nationalhymne drängte sich immer der unterhaltsame Mitmach-Rhythmus auf, von dem sich das begeisterte Publikum gern einfangen ließ. Man sang, pfiff, ließ es regnen oder übte den Kammerton, mit dem das Trio auch gleich improvisierte. Zu lachen gibt es reichlich, wenn Joja seine Musikwitze über Pralltriller, Terzenläufe (gegenläufige "natürlich"), den Krebs im B-Teil oder den Walking Bass reißt.
Höhepunkt: Der "Honky Tonk Train Blues" mit Straßenklavier, Tee-Bass und zwei Tee-Löffeln. Das ging ab wie eine echte Kneipen-Skiffle-Nummer! Joja riss sogar eine Taste aus dem Klavier, um sich damit der Löffel-Percussion anzuschließen. Zum Schluss gab es eine Zugabe nach der anderen. Und wenn der Flügel seinen Geist nicht aufgegeben hat, spielen die Drei noch immer. Das braucht man nicht zu googeln!

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