„Welthunger ist nächster Krisenherd“

Zwecker
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Autor präsentiert seine kleine Geschichte der Welt

shz.de von
23. November 2018, 09:29 Uhr

Was verbindet Che Guevara, Nelson Mandela, Fidel Castro und Bob Marley? Loel Zwecker stellte alle vier im Rahmen der Entkolonialisierung vor und verband damit Geschichte und Kultur zu einem ungewohnten Spannungsfeld. Die Ära Napoleon beleuchtete er über Beethoven und die biedere Nachkriegszeit mit den ungewöhnlichen Erfahrungen, die seine englische Mutter in der bayrischen Provinz machte.

Nach dem Motto „Geschichte braucht Geschichten“ animieren den Kunsthistoriker trockene Stoffe zum Neuerzählen. In seinem Buch „Vom Anfang bis heute. Eine kleine Geschichte der Welt“ spürt der Münchner verborgenen Zusammenhängen und Details nach, die den Lauf der Welt unter einem neuen Blickwinkel veranschaulichen. Beim Verein Leselust nahm er das in diesem Jahr 100-jährige Frauenwahlrecht zum Anlass, diverse Stationen auf dem Weg zur Gleichberechtigung herauszuheben. Vom alten Ägypten und Kleopatra ging der Lesespurt über Jeanne D’Arc und Luthers Frau Katharina von Bora zu Christine von Schweden, Olymp de Gouges bis zu den englischen Suffragetten.

Die Fragen der Besucher zielten im Anschluss auf die persönliche Bewertung aktueller politischer Trends durch den Autor. Der Welthunger werde uns bald sehr zu schaffen machen, vermutet Zwecker einen künftigen Hauptkrisenherd. Und er bestätigte eine Beobachtung aus dem Publikum, dass wir frühere Radikale heute oft feiern: „Zu bestimmten Zeiten liegt die Mehrheit falsch.“ Von ihr Verfolgte erwiesen sich rückblickend oft als Wegweiser, animierte Loel Zwecker zum kritischen Umgang mit politischem Mainstream.

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