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Gas-projekt : Weiter viele offene Fragen in Quarnstedt

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Rundschau

Diskussion über geplante Verdichterstation in Quarnstedt dauert an. Gasunie-Projekt lässt noch immer viele Fragen offen. Baubeginn im Oktober 2014 erwartet.

shz.de von
erstellt am 01.Okt.2013 | 05:00 Uhr

Die Gemeinde Quarnstedt hat sich nach fast zweijähriger Auseinandersetzung mit der Firma Gasunie über eine Verlegung der geplanten Gasverdichterstation am Ort in einem Vertrag geeinigt (wir berichteten). Damit diese nun gebaut werden kann, ist zunächst die Sanierung einiger Straßen und Wege nötig, die nun begonnen hat. Der Bericht über die ersten Arbeiten spielte deshalb bei der jüngsten Gemeindevertretersitzung eine zentrale Rolle. „Die Beweissicherungsmaßnahmen an den Straßen Dieksbarg und Reutensweg wurden nun abgeschlossen“, informierte Bürgermeister Kurt Lindemann (Foto). Bei der Bewertung darüber habe es bislang keine Auseinandersetzungen gegeben.

Die Baumaßnahmen im Reutensweg von Wrist aus in die L295 hinein sollen noch im Oktober abgeschlossen sein. Wenn die Wasserleitung am Dieksbarg fertig gestellt sei, werde dann der geplante Rad- und Fußgängerweg samt Wasserleitung gebaut. Bei der Sanierung des Dieksbargs werden drei Wochen für den Austausch der dortigen Brücke benötigt. Dann sei auch der Zugang der landwirtschaftlichen Flächen sowie die Zufahrt für Notfälle geregelt. Während der Baumaßnahmen ist die Straße zunächst gesperrt. Lindemann: „Wir müssen einen Hohlraum auf dem Weg mit Baumaterialien verfestigen. Wann die Arbeiten fortgesetzt werden, hängt davon ab, wie lange der Winter dauert.“

Gegenüber der Genehmigungsbehörde LLUR (Landesamt für Landwirtschaft, Umwelt und ländliche Räume) habe die Gemeinde zunächst nur ihr „eingeschränktes gemeindliches Einvernehmen“ erteilt. Dies bedeutet, dass der Bau der Anlage nur dann beginnen kann, wenn die Vereinbarungen mit der Gasunie eingehalten werden.

Obwohl bereits eine grundsätzliche Einigung vertraglich unterschrieben sei, gebe es bei einigen zentralen Punkten noch Klärungsbedarf, so der Bürgermeister. So sei bei der öffentlichen Anhörung über die Pläne die Frage aufgekommen, warum die geforderte Abwärmenutzung nicht Bestandteil des Verfahrens sei. Mit der Antwort der Gasunie, die Anlage laufe nicht dauerhaft auf gleicher Betriebsleistung und die Abwärme könne deshalb nicht kontinuierlich genutzt werden, wollte man sich aber nicht zufrieden geben.

Im östereichischen Weitersdorf , das etwa doppelt so groß wie Quarnstedt ist, existiert eine Gasverdichterstation, die in etwa der Quarnstedter entspricht. Als Auflage zu ihrer Nutzung sei ein Nahwärmenetz verlegt worden, zu dem es aber keine Zahlen gebe. Die Gasunie äußerte zu diesem Beispiel, dass diese Möglichkeit bereits durchgerechnet und als unwirtschaftlich bewertet worden sei. „Da wir dieser Aussage nicht vertraut haben, haben wir offiziell eine Anfrage beim LLUR gestellt, untermauert mit den Fakten, dass es doch geht“, konterte der Bürgermeister. Doch die Antwort stehe noch aus.

In der durchschnittlichen Laufzeit der Station werden nach Berechnungen etwa 80 000 Tonnen CO2 ausgestoßen. Laut TÜV handle es sich dabei jedoch nicht um Schadstoffbelastung, da die Firma dafür entsprechende Verschmutzungszertifikate kaufe. Deshalb habe die Gemeinde vom LLUR eine abgesicherte Stellungnahme beantragt. Solange die nicht vorliege, könne es keine Baugenehmigung geben. Lindemann: „Das Protokoll der öffentlichen Anhörung muss her.“ Erwartet werde der tatsächliche Baubeginn nun im Oktober 2014. Bis dahin müsse noch einiges geklärt werden.

 

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