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Bürgermeister-Galerie : Weißer Fleck soll verschwinden

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Aus der Redaktion der Norddeutschen Rundschau

In der Kellinghusener Bürgermeister-Galerie fehlen die Amtschef der NS-Zeit. Die Initiative „Friedensstele und Stolpersteine“ fordert jetzt eine historische Aufarbeitung.

Ein weißer Fleck in der „Bürgermeistergalerie“ im Rathaus soll weichen. Gerahmt hängen in langer Reihe im ersten Stock des Verwaltungsgebäudes die Fotos der Kellinghusener Stadtoberhäupter. Ausgespart wurde in der Bilderschau jedoch die Zeit des Nationalsozialismus. „Statt der Ablichtungen der seinerzeit eingesetzten Bürgermeister Wilhelm Burmester, Claus Burmester und Richard Wilken hängt dort nur ein leerer Rahmen“, sagt Heinz- Jürgen Heidemann.

Der Vertreter der Bürgerinitiative „Friedensstele und Stolpersteine“ bemüht sich seit längerem darum, die Lücke ordentlich zu füllen. Die seiner Meinung nach lapidare Erklärung, dass während „der nationalsozialistischen Diktatur die Bürgermeister nicht gewählt, sondern ernannt wurden“ sowie den Hinweis, es gebe im Archiv keine Fotografien, will er nicht hinnehmen.

Deutlich machte Heidemann dies auch in seiner Begrüßungsrede zur Eröffnung der Ausstellung „Demokratie stärken – Rechtsextremismus bekämpfen“ der Friedrich-Ebert-Stiftung, welche auf Anregung der Bürgerinitiative und des Kriminalpräventiven Rats der Stadt gegenwärtig im Rathaus gezeigt wird. „Die aktuelle Darstellung entspricht nicht der historischen Wahrheit und wird den Menschen, die auch in unserer Kleinstadt unter dem Nationalsozialismus litten, nicht gerecht“, so Heidemann. Er verweist auf eine geplante Studie zur Aufarbeitung der NS-Vergangenheit von Landesregierung und Parlament, die bis 2017 vorliegen soll. So sollte für die Zeit des Nationalsozialismus auch mit der hiesigen Bürgermeistergalerie verfahren werden.

Mangelhaft recherchiert und auf eigene Faust eingerichtet worden sei die Galerie von der ehemaligen Bürgermeisterin Helga Nießen. „Da musste alles schnell gehen, weil Frau Nießen sich als erstes weibliches Stadtoberhaupt verewigt sehen wollte“, so Heidemann. Horst Nitz vom Kriminalpräventiven Rat der Stadt unterstützt das Vorhaben: Eine seriöse historische Aufarbeitung und Darstellung sei notwendig und sollte nach Vorlage eines entsprechenden Antrags von der Ratsversammlung diskutiert und beschlossen werden.

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erstellt am 31.Okt.2013 | 05:00 Uhr

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