Itzehoer Woche : Wein-Knigge für Anfänger

Schauen, Riechen, Schmecken: Für Profis wie Heinz Pfingsten wird der Wein nicht einfach nur getrunken, sondern vorher mit mehreren Sinnen wahrgenommen.
Schauen, Riechen, Schmecken: Für Profis wie Heinz Pfingsten wird der Wein nicht einfach nur getrunken, sondern vorher mit mehreren Sinnen wahrgenommen.

Experte Heinz Pfingsten erklärt, wie man den Rebensaft stilvoll genießt. Die Weinfesteröffnung findet morgen auf dem Wochenmarktplatz statt.

von
25. Mai 2018, 05:00 Uhr

Morgen startet die Itzehoer Woche traditionell mit der Eröffnung des Weinfestes auf dem Wochenmarktplatz. Ab 16 Uhr eröffnet der Shanty-Chor Die Störschipper das Programm. Um 16.30 Uhr erfolgt dann die offizielle Eröffnung durch Bürgervorsteher Heinz Köhnke und Bürgermeister Andreas Koeppen. Begleitet wird das Weinfest in der Innenstadt wieder vom Fest für „Grauburgunder“ am Cläre-Schmidt-Senioren-Centrum im Klosterforst.

Damit Besucher den edlen Rebensaft auch stilecht genießen können, haben wir den Weinexperten Heinz Pfingsten gebeten, einige Grundregeln für Weintrinker zu erklären. Zu beachten gibt es einiges, gibt der Itzehoer Weinhändler zu bedenken. Vom Öffnen der Flasche bis zum stilvollen Genuss, hat der Kenner wichtige Tipps, die natürlich direkt auf dem Weinfest angewendet werden dürfen.


Der Kenner öffnet die Flasche geräuschlos

Beim Flasche öffnen, ist Vorsicht geboten. „Das sollte geräuschlos über die Bühne gehen“, sagt Pfingsten. Raus muss der Korken aber trotzdem, damit der Rebensaft fließen kann und dafür eignet sich ein Kellnermesser am besten – Kapsel abschneiden, Korkenzieher rein drehen und dann mit einer Hebelwirkung rausziehen, erklärt Pfingsten. „Das ist das effektivste, um eine Weinflasche zu öffnen.“ Der Profi zieht den Korken langsam und nicht mit Wucht aus der Flasche, um ein lautes Plop-Geräusch zu vermeiden.

Ist die Flasche offen, wird ein Rotwein „dekantiert“. Darunter versteht man das Umfüllen von der Flasche in eine Karaffe, damit der Wein atmen kann. „Durch die Sauerstoffzufuhr kommt das Bouquet stärker heraus“, sagt Pfingsten. Von rechts bekommt dann immer zuerst die Dame den Wein eingeschenkt. „Aber bitte nicht randvoll, denn das wirkt prollig“, sagt Pfingsten.


Angestoßen wird mit einem Blick in die Augen

Das Glas fasst der Weinkenner dann am Stiel an, so Pfingsten – niemals am Kelch. „Das Trinkgefäß hält man am Stiel, denn nur das hat Stil.“ Anstoßen darf man natürlich auch – aber bitte nicht mit einem lauten Klirren wie auf dem Oktoberfest, sondern mit einem Blick in die Augen und einem sanften Zuprosten, sagt Pfingsten.

Danach folgen die drei Komponenten des Wein-Trinkens: Schauen, Riechen und Schmecken. Ein rostbrauner Rotwein ist überlagert, ein Wein, der Schlieren zieht, enthält viel Extrakt, erklärt Pfingsten. Nachdem man das Glas locker aus dem Handgelenk geschwungen hat, darf man die Nase ins Glas stecken. Riecht er muffig, ist der edle Rebensaft verdorben. Apropos Riechen: Auch den Korken darf man zur Nase führen. Besonders bei ältere Jahrgängen kann man am Geruch des Naturkorkens erkennen, ob der Wein noch genießbar ist.

Die richtige Genusshaltung sieht folgendermaßen aus: Bei einer Weinprobe wird der Wein durch die Zähne geschlürft, damit Sauerstoff hinein kommt. „Aber das macht man natürlich nicht in geselliger Runde“, sagt Pfingsten und lacht. Das Riechen und Schmecken habe zudem immer etwas mit Erinnerungen zu tun. „Wer noch nie einen Apfel probiert hat, kann diesen auch nicht im Wein erkennen.“ Ob der Wein am Ende richtig gut gefällt, ist Geschmackssache. Weinhändler Pfingsten bevorzugt persönlich trockene Weine.

zur Startseite

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen