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Norddeutsche Rundschau

22. Oktober 2017 | 16:02 Uhr

Gute Nachricht : „Weihnachten ist gerettet“

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Rundschau

Wie die Hohenlocksteder Familie Sievers zu ihrem Scheck vom Jobcenter kommt. Die letzten Tage vor dem Fest werden zu einer finanziellen Zitterpartie.

shz.de von
erstellt am 23.Dez.2013 | 16:35 Uhr

Während tausende von Kindern der morgigen Bescherung entgegenfiebern, gestalteten sich die letzt Tage vor dem Weihnachtsfest für eine Hohenlockstedter Familie eher zu einer Zitterpartie. „Ich habe vielleicht noch 1,50 Euro in der Tasche“, bekannte Inga Sievers. Die 29-Jährige war Donnerstag Nachmittag gemeinsam mit Ehemann Dominik (27) und ihren Kindern Laura und Marc in der Redaktion erschienen, um ihr Leid über das für sie zuständige Jobcenter in Kellinghusen zu klagen. Das von dem Paar geschilderte Problem: Wiederholt habe sie Post nicht erreicht, weil es in dem Mehrfamilienhaus mit ihrer Mietwohnung keine gesonderten Briefkästen, sondern nur einen Schlitz in der Haustür gebe. Die Folge: Ehemann Dominik sei aus der der Bedarfsgemeinschaft herausgefallen, habe Vorstellungstermine nicht einhalten können – „weil ich davon gar nichts gewusst habe.“ Mitunter habe er auch nicht einmal das Geld für den Bus nach Kellinghusen gehabt. Zuletzt war auch noch der Mini-Job weggefallen, so der gelernte Radio- und Fernsehtechniker weiter. „Wir mussten letztlich vom Kindergeld leben“, sagte Inga Sievers, seit vier Jahren Hausfrau und Mutter. Mit der Miete sei die Familie in Rückstand geraten, auch die Stromrechnung sei offen geblieben. Und jetzt steht Weihnachten vor der Tür. Zudem: Tochter Laura feiert heute ihren 4. Geburtstag. Zwar, so berichtet Dominik Sievers, habe er beim Sozialgericht eine einstweilige Verfügung auf Zahlung ihm zustehender Gelder erwirken können. Das Jobcenter aber habe die Auszahlung mit Hinweis auf noch fehlende Unterlagen verweigert. Zuletzt sei das Paar sogar noch bei der Jobcenter-Zentrale in Itzehoe vorstellig geworden. „Die waren nett, wollten auch helfen, haben uns aber wieder nach Kellinghusen verwiesen.“

Anruf bei Jobcenter-Geschäftsführer Martin Görtzen. Er bestätigt die Verfügung, die aber mit der Auflage verbunden gewesen sei, dass Dominik Sievers sich persönlich einfinden müsse. „Wir haben schon auf ihn gewartet. Ein Scheck über 264 Euro liegt bereit“, so Görtzen. Auch für das Problem, dass Sievers gerade keinen gültigen Personalausweis habe, werde man eine Lösung finden. Für neue Papiere, so Inga Sievers, sei einfach kein Geld da gewesen. Dann der erlösende Anruf aus unserer Redaktion bei der Hohenlockstedter Familie. „Jetzt ist Weihnachtet gerettet“, freut sich Inga Sievers. Und der heutige Geburtstag von Laura wohl auch.

 

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