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Norddeutsche Rundschau

18. Oktober 2017 | 17:25 Uhr

Flüchtlinge : Weihnachten auf 54 Quadratmetern

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Rundschau

Wilstermarsch: Firma aus Landscheide hat jetzt Wohnmodule für Flüchtlinge im Angebot

shz.de von
erstellt am 23.Dez.2015 | 16:18 Uhr

Tausende von Flüchtlingen in Deutschland werden die Weihnachtstage in Wohncontainern verbringen. Einige dieser Unterkünfte kommen aus der Wilstermarsch. Die sonst auf große Hallen für Gewerbe und Landwirtschaft spezialisierte Gebrüder Schütt KG hat jetzt auch Wohncontainer im Angebot. „Der Markt kriegt im nächsten Jahr noch richtig Dynamik“, sagt Firmenchef Tillmann Schütt. Er geht davon aus, das sein 1889 in St. Margarethen gegründeter und schon fast genau so lange in Landscheide beheimateter Familienbetrieb gut im Rennen sein wird. Schütt bietet dabei ein Konzept an, dass sich ganz besonders für den ländlichen Raum eignen soll. Und: Das Unternehmen mit seinen rund 180 Mitarbeitern setzt bei den Containern auf Qualität. „Wir wollen schließlich keine Bausünden hinterlassen“, sagt Schütt. Viele Bürgermeister achteten bei der Beschaffung von mobilen Unterkünften auch auf eine mögliche Nachnutzung.

Einen Muster-Container kann man auf dem Firmengelände besichtigen. Das Wohnmodul ist gut sechs Meter breit und zehneinhalb Meter lang. Es soll in einer ersten Phase auf einer Nutzfläche von 54 Quadratmetern Wohnraum für sechs Menschen bieten. In einem zweiten Schritt könnte die Unterkunft dann im Rahmen einer Familienzusammenführung genutzt werden. Bei Bedarf kann mit Doppelmodulen die Wohnfläche vergrößert werden.

Zwei Monate Lieferzeit gibt Schütt an. Aufgestellt werden die Häuschen an einem Tag, weil die Holzbauelemente schon im Unternehmen vorgefertigt werden. Zum Modul gehören eine Küchenzeile, ein Bad mit Dusche, Waschbecken, WC und Anschluss für eine Waschmaschine. Zur Ausstattung zählen ferner Elektroinstallation und Elektroheizung. Eigentlich muss nach dem Aufbau nur noch der Stecker eingesteckt werden. Alternativ zum Wellblech gibt es auch eine Fassade aus Holz. Die ersten zehn Wohnmodule aus Landscheide stehen schon in Flintbek.

„Wir wollen Lösungen, die auch in kleinen Gemeinden funktionieren“, sagt Schütt – und hofft auf lebhafte Nachfrage. Bei guter Behandlung seien die Module noch viele Jahre lang nutzbar: etwa für Vereine, soziales oder studentisches Wohnen oder für Freizeitaktivitäten. Der Preis liegt bei 1200 Euro pro Quadratmeter. Bei Bedarf fertigt Schütt in Holzständerbauweise auch bis zu 40 Meter lange dreigeschossige Unterkünfte für bis zu 200 Menschen. Hier muss allerdings mit fünf Monaten Lieferzeit gerechnet werden.

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