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Regionales Angebot : Weidekäse mit Streicheleinheiten

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Aus der Redaktion der Norddeutschen Rundschau

Dank einer mobilen Käserei gibt es vom Hof Strüven jetzt wieder einen Käse aus Milch nur von Wilstermarsch-Kühen

shz.de von
erstellt am 09.Aug.2017 | 05:01 Uhr

Mehr Wilstermarsch im Käse geht nicht. Dank einer mobilen Käserei gibt es auf dem Hof von Imke und Heiko Strüven jetzt ein schmackhaftes Milchprodukt aus Rohstoffen nur aus der Region. Der Erlebnis-Bauernhof in Oberstenwehr will sich mit Weidekäse aus eigener Produktion ein weiteres kleines Standbein in den für die Landwirtschaft schweren Zeiten aufbauen. „Das ist schon eine Wissenschaft für sich“, stellt Bauer Heiko Strüven bewundernd fest, während Steffi Heidrich damit beschäftigt ist, 1000 Liter frische Milch direkt auf dem Hof in 100 Kilogramm Käse zu verwandeln. Die Molkereifachfrau kommt regelmäßig zur Käseproduktion eigens aus Niedersachsen angereist.

Die kurzen Wege und die liebevolle Zubereitung machen aus ihrer Sicht den Unterschied zum Käse aus industrieller Produktion aus. Mit 37 Grad noch kuh-warm wandert die frische Milch direkt in die Verarbeitung, wird mit Enzymen aus dem Kälbermagen, dem Lab, angedickt, vorsichtig per Hand gerührt und nach knapp einer Stunde das erste Mal geschnitten. Steffi Heidrich achtet penibel darauf, dass es im Käsemobil zu keinerlei Temperaturschwankungen kommt. Die 34-Jährige ist mit Leidenschaft bei der Sache. „Ich habe mein Hobby zum Beruf gemacht“, berichtet sie und widmet sich schnell wieder ihrer Arbeit. Nach nur wenigen Stunden ist sie mit ihrer fahrbaren Meierei wieder auf dem Weg über die Elbe. Der Käse vom Hof Strüven wandert noch zwei Tage ins Salzbad und kann dann im Käselager auf Nadelholz in aller Ruhe reifen. „Hier bekommt er auch täglich seine Streicheleinheiten“, verrät die Käseexpertin noch ein Geheimnis.

Keine Mischung von Milch aus unzähligen verschiedenen Höfen, keine überdimensionalen Rührmaschinen, kein künstliches Einstellen des immer gleichen Fettgehalts: „Das ist noch richtiges Handwerk“, berichtet Steffi Heidrich stolz, was den Unterschied zur Käseproduktion in großen Mengen ausmacht. „Wir wollen ganz bewusst kein Massenprodukt“, sagt Bäuerin Imke Strüven. Das ist am Ende im Verkauf zwar ein bisschen teurer. „Aber es soll ja auch mehr ein Sonntags-Käse sein.“ Den gibt es sogar in verschiedenen Geschmacksrichtungen. Leicht säuerlich, ganz als klassischer Käse aus der Wilstermarsch, präsentiert sich der Weidekäse in seiner Natur-Variante. Im Angebot ist auch ein Käse mit einer Kräutermischung und eine Paprika-Knoblauch-Variante. Alle mit dem Markennamen „Strüven’s Weidekäse von der Wilster Au“. Die fließt direkt am Hof vorbei.

Als neue Geschmacksrichtung wird auch schon mal Weidekäse mit Bockshornklee getestet. Heiko Strüven: „Wenn das was ist, machen wir den zu unserem Herbstkäse.“ Die Grundidee zu Käse aus eigener Produktion, so erzählt er, sei ihm schon sehr lange durch den Kopf gegangen. Der Aufbau eigener Produktionsstätten lohne sich im Grunde aber nicht. Die von Elena Martens in Stade gegründete mobile Käserei sei daher für seinen Hof die ideale Lösung. „Für uns ist es eine kleine zusätzliche Wertschöpfung“, hofft Strüven, dass sein Weidekäse auch bei den Verbrauchern gut ankommt. Zu haben ist er übrigens auch im Hofladen der Familie Bracker in Landrecht und an der Käsetheke im Edeka-Markt Maron – wenn die mobile Käserei mit der Produktion nachkommt.

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