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Zwei Feuerwehren werden zu einer : Weichen für Feuerwehrfusion gestellt

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Aus der Redaktion der Norddeutschen Rundschau

Der Vertrag ist unterzeichnet: Ab 1. Januar sorgt die Wehr Heiligenstedtenerkamp-Hodorf für den Brandschutz in beiden Gemeinden.

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erstellt am 26.Okt.2017 | 11:00 Uhr

Unterzeichnet und besiegelt: Mit einem öffentlich-rechtlichen Vertrag haben die Gemeinden Heiligenstedtenerkamp und Hodorf nun offiziell die Fusion der Feuerwehren beider Dörfer auf den Weg gebracht. Ab 1. Januar 2018 sorgt die Freiwillige Feuerwehr Heiligenstedtenerkamp-Hodorf für den Brandschutz. Im Gemeindezentrum in Heiligenstedtenerkamp schufen die Bürgermeister Otto Tönsing und Christian Schneider (Hodorf) mit dem Vertragsabschluss die Grundlage für diesen Schritt.

Seit Anfang 2015 kämpfte die Hodorfer Wehr zunehmend mit Personal- und Nachwuchsproblemen. Aktuell, so Amtswehrführer Thorsten Beuck, zuletzt auch Hodorfer Wehrführer, sei die Wehr auf 14 aktive Mitglieder geschrumpft – durch Wegzug und Überalterung. Weit entfernt von der gesetzlich geforderten Mindeststärke von 27 aktiven Mitgliedern einer Wehr. Heiligenstedtenerkamp zählt 34 Aktive, womit die künftige Wehr unter der Führung von Sebastian Courvoisier und dem gesamten Vorstand der Wehr Heiligenstedtenerkamp zum Startzeitpunkt dann 48 Feuerwehrleute stark sein wird. Der Standort Hodorf als Löschgruppe wird – inklusive Einsatzfahrzeug – erhalten bleiben, um die vom Gesetzgeber geforderten Ausrückzeiten zu sichern. „Wir sind gut ausgerüstet“, betont Thorsten Beuck. „Unser Fahrzeug ist gerade zehn Jahre alt.“ Gekränkelt habe man eben nur an der Mitgliederzahl und Besetzung der Führunspositionen. Eine Situation, die allerdings zunehmend Wehren im ländlichen Raum trifft, wie der Amtswehrführer anmerkt.

Auch im Amt Itzehoe-Land bekleideten die Hoderfer keine Einzelposition bei dem Problem, die Mindesmitgliederzahl von 27 aufzubieten. Wer darunter rutsche, erhalte erst die „gelbe Karte“, unter 18 dann die „rote“. Alternativ hätte Hodorf eine Pflichtwehr einrichten müssen – aber das wäre eine schlechte Variante, bekräftigten alle bei der Unterzeichnung Anwesenden: Neben Bürgermeistern und Wehrführern die Amtsvorsteherin von Itzehoe-Land Elke Lüschow, der Leiter der Amtsverwaltung Volker Tüxen, Ordnungsamtsleiter Matthias Siebenborn (zuständig für Brandschutz) und der stellvertretende Wehrführer von Heiligenstedtenerkamp Rolf Meier. Bei einer Pflichtwehr müssten zehn Prozent der Einwohner in der Feuerwehr sein – bei 270 Einwohnern gerade mal 27, wie Bürgermeister Schneider anmerkt. „Wir hätten nur mit Mühe die Pflichtstärke erreicht.“ Hinzu komme die Problematik, dass viele aus beruflichen Gründen tagsüber auch gar nicht verfügbar wären, ergänzt Bürgermeister Töning. Damit haben die Wehren insgesamt zunehmend zu kämpfen. Und so sei es durch die Fusion möglich, sich gemeinsam größer aufzustellen – ein Schritt in die richtige Richtung, wie Christian Schneider zustimmend ergänzt. Nicht ohne darauf hinzuweisen, dass durch eine zunehmende wirtschaftliche Schwächung des ländlichen Raumes – fehlende Arbeitsplätze vor Ort, beziehungsweise immer weniger Landwirte – die Situation für die Tagesverfügbarkeit immer schwieriger werde. „Das ist ein Politikum“, so Schneider.

Aber: „Wir müssen uns der Realität, den veränderten Bedingungen stellen“, so Otto Tönsing. Mit der Fusion beider Wehren gehe man rechtzeitig die richtigen Schritte. Darin sind sich alle Beteiligten einig. Denn hinter der Formalie der Vertragsunterzeichnung stehen auch überzeugte Feuerwehrleute. Die Hodorfer Feuerwehr hat extra eine Abstimmung einberufen – mit dem Resultat hundertprozentiger Zustimmung. Und auch bei der Umfrage unter den Hodorfer Feuerwehrleuten habe es keine Gegenstimme gegeben, so Wehrführer Sebastian Courvoisier. Überhaupt sind sich Heiligenstedtenerkamper und Hodorfer einig – schon in der Vergangenheit haben sie gemeinsame Einsätze gefahren. Und auch wenn erst ab 1. Januar die neue Wehr offiziell in Dienst gestellt wird: „Wir sind bereits positiv gestartet, haben schon gemeinsame Dienstabende und laden uns zu gemeinsamen Veranstaltungen ein“, berichtet Courvoisier. Die letzten drei Einsätze hätten die harmonische Zusammenarbeit unterstrichen.

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