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Zugverbindung : Weiche Richtung Kellinghusen gestellt

vom
Aus der Redaktion der Glückstädter Fortuna

Am Wrister Bahnhof wird ein neues Abstellgleis gebaut / Ab Fahrplanwechsel am 14. Dezember hält die Nordbahn in der Gemeinde

Der Bahnhof Wrist wird aufgewertet. Zum Fahrplanwechsel am 14. Dezember ist der Ort Endpunkt der neuen Nordbahn-Linie RB 71 Wrist-Hamburg-Altona (wir berichteten). Dafür wird ein neues Abstellgleis benötigt, das zurzeit gebaut wird. Am Wochenende wurde die Weiche eingesetzt. Für das 236 Meter lange Gleis wird die ehemalige Bahntrasse nach Kellinghusen genutzt. Vorteil: Die Strecke kann – falls das Land den Bahnhof Kellinghusen wiedereröffnet – problemlos bis in die Störstadt fortgeführt werden.

Das Land Schleswig-Holstein hatte das Netz-Mitte neu ausgeschrieben, herausgekommen sind zwei Strecken, die künftig von der Nordbahn bedient werden. Itzehoe-Hamburg-Hauptbahnhof (RB 61) und Wrist-Hamburg-Altona (RB 71). Auf beiden Linien ist ein Stundentakt geplant. Für Wrist bedeutet dies allerdings eine 1,5 Millionen teure Investition in ein neues Abstellgleis. Denn die Züge der Nordbahn werden – so Sönke Kreft von der DB Netz AG – jeweils eine dreiviertel Stunde in Wrist stehen. Auf dem bisherigen dritten Gleis ist dies nicht möglich, es wird für Ausweich- und Überholvorgänge auf der Strecke genutzt. Denn immerhin fahren dort 160 bis 180 Züge pro Tag. Darunter sind langsame Güterzüge, die von den bis 160 km/h schnellen Personenzügen überholt werden müssen.

Deshalb zweigt jetzt vom dritten Gleis eine Spur ab. Der Schienenstrang mit einer Nutzlänge von 236 Metern wird auf der Trasse der zurzeit stillgelegten Strecke Wrist–Itzehoe entstehen. Er endet 20 Meter vor dem Wittenkampsweg. Am Gleis wird auch ein beleuchteter Rangierweg hergestellt. „Bei der Planung haben wir bereits berücksichtigt, dass das Gleis ohne große weitere Vorarbeiten bis Kellinghusen weitergeführt werden kann“, sagt Sönke Kreft. Doch ob es soweit kommt, hängt nicht an der DB Netz AG, die lediglich das Schienennetz baut und betreibt, sondern an der Landesregierung. Der Weiterbau der Strecke nach Kellinghusen (Kosten zirka sechs Millionen Euro) steht zwar im Plan und ist finanziell gesichert, doch die Betriebskosten sind noch offen. Hier will das Land so genannte Regionalisierungsmittel des Bundes einsetzen, doch bei der Verteilung sind sich die Länder noch nicht einig. Eigentlich sollte bereits Anfang 2014 eine Entscheidung gefallen sein, doch diese lässt immer noch auf sich warten.

Problemloser verläuft dagegen der Bau des Abstellgleises in Wrist. „Wir sind im Zeitplan“, sagt Bauleiter Volker Seidel von der Firma Spitzke, die die Arbeiten im Auftrag der DB Netz AG ausführt. Drei Wochen sind die Mitarbeiter in Wrist beschäftigt, am 14. Dezember könne der Betrieb planmäßig aufgenommen werden, so Seidel. Das Bahninfrastrukturunternehmen mit Sitz in Großbeeren (Brandenburg) setzt moderne, lärmgedämpfte Geräte und Maschinen ein, um die Anwohner nicht übermäßig zu stören.

Wrist wird weiterhin von einer stündlichen Express-Linie Kiel–Hamburg Hauptbahnhof bedient, so dass jede halbe Stunde ein Zug ab Wrist fährt.

Der neue Fahrplan hat auch Auswirkungen auf Brokstedt. Die Regionalbahn Neumünster-Brokstedt-Pinneberg (- Hamburg Altona) wird künftig im Abschnitt Neumünster-Wrist nicht mehr angeboten. Neu hält dafür stündlich in Brokstedt die Express-Linie Kiel-Brokstedt-Hamburg-Hauptbahnhof. Vorteil: Die Fahrzeit sinkt von Brokstedt nach Kiel um 16 Minuten auf 28 Minuten. Von Brokstedt nach Hamburg Hbf sinkt die Fahrzeit um 24 Minuten auf 43 Minuten.

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