Wehrführer rückt ins zweite Glied

Freut sich über die neue Alarmgarderobe: Wehrführer Hans Hermann Kautz.
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Freut sich über die neue Alarmgardrobe: Wehrführer Hans Hermann Kautz.

Hans Hermann Kautz will im März nicht wieder kandidieren / Umbauarbeiten an der Feuerwache fast beendet

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07. Januar 2015, 04:45 Uhr

Bei der Kellinghusener Feuerwehr endet im März die Ära Hans Hermann Kautz. Der Wehrführer, seit zwölf Jahren im Amt und zuvor schon sechs Jahre Stellvertreter, will nicht wieder für den Chefposten kandidieren, sondern ins zweite Glied rücken. „Jetzt ist genug“, sagt Kautz. Darüber hinaus stehen in diesem Jahr weitere wichtige Entscheidungen und Termine an. So wartet die Wehr dringend auf eine neue Drehleiter und hofft, dass die Gelder dafür in den diesjährigen Haushalt der Stadt eingestellt werden. Und dann soll im Frühjahr die endgültige Fertigstellung der Feuerwehrwache gefeiert werden – vielleicht mit einem Tag der offenen Tür

Die meiste Umbauarbeit ist getan, die „äußere Hülle ist fertig“, so der Wehrführer. Jetzt werde das Innere hergerichtet. Die Wache in der Schulstraße hat unter anderem neue Fenster und ein neues Dach bekommen, ist energetisch auf dem modernsten Stand und wird mit einer Pelletheizung erwärmt. Und ganz wichtig für die Feuerwehrleute: Es gibt endlich eine Alarmgardrobe für Männer und Frauen einschließlich der sanitären Anlagen. „Bisher mussten sich die Kameraden hinter den Fahrzeugen umziehen“, beschreibt Kautz die Lage vor dem Umbau. Weitere Werkstätten und Lagerräume, neue Küche und Fußböden sowie die elektronische Vernetzung des Gebäudes gehörten ebenfalls zu den Sanierungsarbeiten. Nachteil dabei: „Wir mussten ein dreiviertel Jahr auf einer Baustelle leben – und dabei musste der Dienst- und Übungsbetrieb weitergehen.“ Auch die Verschmutzung des Equipments und der Fahrzeuge sei ein Problem für die ehrenamtlichen Einsatzkräfte gewesen.

Da jetzt nur noch eingerichtet werden muss, blitzen die Einsatzfahrzeuge, denen der Wehrführer ein „gehobenes Niveau“ bescheinigt, wieder. Auch die Drehleiter - die jedoch nur geliehen ist. Denn das eigene , 30 Jahre alte Fahrzeug fiel im September endgültig aus, eine Reparatur lohnte nicht mehr. „Wir warten sehnsüchtig auf eine neue Drehleiter“, sagt Kautz. Dies auch, weil die geliehene Drehleiter auch schon ihre technischen Macken hatte. Bis zu 650  000 Euro kostet ein neues Fahrzeug, eventuell kommt auch ein Vorführmodell in Betracht. Ziel: „Die Drehleiter soll nach Möglichkeit 20 bis 25 Jahre laufen.“

„Was nutzen jedoch die schönsten Fahrzeuge, wenn wir keine Mannschaften haben“?, fragt der ehemalige Wehrführer, Ausbilder und Pressesprecher Klaus Rahlf. Die Wehr hat zwar 60 Kameraden – allerdings werden eigentlich 72 benötigt. Deshalb sind junge und auch gestandene Feuerwehrleute immer gern gesehen. „Unseren Level haben wir in den vergangenen Jahren nur über die Jugendwehr halten können“, betont Rahlf.

Gerade tagsüber falle es manchmal schwer, mit genügend Feuerwehrleuten zum Einsatz zu fahren. Denn viele Kameraden würden auswärts oder in Schicht arbeiten. „Anderen in der Not zu helfen und auch die Kameradschaft zu erleben, ist ein tolles Gefühl“, wirbt Rahlf um Neulinge und auch Neubürger.

Doch auch bei zu wenig Feuerwehrleuten rollt die Hilfe. Diese kommt dann aus den Nachbarwehren, die ebenso von den Kellinghusenern unterstützt werden. „Die Zusammenarbeit – auch aufgrund des Personalmangels – ist wesentlich besser geworden“, erklärt Kautz. Um das Zusammenspiel noch zu verbessern, gebe es auch Übungen mit den Wehren der Nachbarorte.

Die Nachbarwehren halfen auch wieder beim jüngsten Hochwasser. Dies Ereignis schraubte die Einsatzzahlen der Kellinghusener Wehr im vergangenen Jahr auf 116 hoch, fast auf das Niveau von 2013. Darunter waren auch 15 Einsätze, die nicht notwendig waren. Hier gingen Rauchwarnmelder los, die nicht hätten ausgelöst werden müssen, so Kautz. „Auch Staubpartikel, leere Batterien oder Spinnen lösen die Geräte aus“. Bei einer besseren Wartung könnten solche Fahrten der Wehr vermieden, appelliert Kautz an Hausbesitzer.

Ins Jahr 2015 geht der Wehrführer optimistisch. Die Wehr sei gut aufgestellt und auch das Verhältnis zur Stadt sei gut - „auch wenn es manchmal nicht ganz reibungslos ist“. Die Stadt sei immer bemüht, ihre Zusagen einzuhalten.

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