Itzehoe : Wegen Corona: Weniger Unfälle im Straßenverkehr

Weil wegen Corona deutlich weniger gefahren wurde, gab es auch wesentlich weniger Unfälle.
Weil wegen Corona deutlich weniger gefahren wurde, gab es auch wesentlich weniger Unfälle.

Die Corona-Zeit ist in Statistiken der Itzehoer Versicherungen erkennbar: Im April und Mai wurde so wenig gefahren wie lange nicht.

Andreas Olbertz. von
15. September 2020, 16:57 Uhr

Itzehoe | Anzahl der Infizierten, Todesrate, Zuwachsrate, Mindestabstand und Reproduktionszahl, aber auch die Menge der Genesenen – die Berichterstattung über die Corona-Pandemie wird stark von Zahlen beherrscht.

Bei Versicherungen wird traditionell schon immer sehr genau auf Zahlen geschaut, um Trends und Risiken erkennen und abschätzen zu können. Corona ist deshalb auch etwas, was sich im Versicherungsgeschehen deutlich ablesen lässt.

25 Prozent weniger Unfälle

„Im April und Mai ist so wenig gefahren worden, wie lange nicht“, erklärt Thiess Johannssen, Pressesprecher der Itzehoer Versicherungen. Lockdown, arbeiten im Homeoffice – so lässt sich Corona am Straßenverkehr ablesen.

Die Itzehoer verzeichnete 25 Prozent weniger Unfälle als normal. „Das hat sich ab Juni aber mit großer Dynamik wieder verändert“, so Johannssen weiter. Im Juli waren es nur noch zwölf Prozent weniger Unfälle, im Juli betrug das Minus zehn Prozent.

Schadenssummen gestiegen

Im Gegenzug sind allerdings die Schadenssummen coronabedingt gestiegen. „Wir haben Zusatzkosten für Fahrzeugdesinfektion, und die Werkstätten sind teilweise ja auch in Kurzarbeit. Dadurch waren die Verweildauern höher, was dazu führte, dass die Kunden Mietwagen länger benötigten“, erläutert der Sprecher.

Auf die Versicherungsbeiträge werde sich das voraussichtlich nicht auswirken. Johannssen: „Wir gehen von einem zeitlich befristeten Ereignis aus und erwarten, dass 2021 wieder ein normales Kfz-Jahr wird.“

Bei den Unfallversicherungen habe es „leicht weniger“ Schadensmeldungen gegeben. „Die Leute haben sich ja weniger exponiert – sie konnten ja nichts machen“, begründet der Versicherungsexperte diesen Trend:

Freizeit war jetzt offensichtlich weniger gefährlich und wenn sie zu Hause aufgeräumt haben, haben sie das sicher getan. Thiess Johannssen, Pressesprecher der Itzehoer Versicherungen
 

Auch in einer weiteren Versicherungssparte gibt es jetzt Corona-Zahlen: Bei den Rechtsschutzversicherungen. „Wir merken jetzt, dass häufiger ein Anwalt nötig ist, um Reiseveranstaltern deutlich zu machen, dass wirklich kein Gutschein erwünscht ist, sondern Geld“, erläutert Johannssen.

Der Bereich des Arbeitsrechtsschutzes sei trotz Corona bislang „noch unauffällig“. Kurzarbeit habe da vermutlich noch eine entschärfende Wirkung. „Dass das spurlos bleibt, glaube ich allerdings nicht“, sagt Thiess Johannssen.

Das Corona-Geschehen wird sich auch in den Bilanzen des Versicherungskonzerns negativ niederschlagen. „Von den ursprünglichen Wachstumszielen für dieses Jahr haben wir uns natürlich verabschiedet“, macht Johannssen deutlich: „aber es ist noch alles im grünen Bereich.“

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