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Norddeutsche Rundschau

22. Oktober 2017 | 02:06 Uhr

Wege zurück zum wirklichen Leben

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Rundschau

shz.de von
erstellt am 22.Apr.2015 | 14:16 Uhr

Mit den Lieblingsbüchern ist das so eine Sache. Hängt von Tagesform und Stimmungen ab. Es gibt aber Bücher, die nimmt man immer mal wieder gerne in die Hand. Einfach so. Zur Unterhaltung, zur Ablenkung, zur Erbauung – oder als Hilfsmittel zur Selbstfindung. „Ich schraube, also bin ich.“ Autor ist der US-Amerikaner Matthew B. Crawford, Jahrgang 1965, promovierter Philosoph und gelernter Motorradmechaniker.

Nun geben seine rund 300 Seiten entgegen einer ersten Annahme keine Anleitung zum Reparieren betagter Fahrzeuge. Der eher kryptische Buchtitel ist – in seiner deutschen Übersetzung ohnehin – also etwas irreführend. Das muss sich wohl auch der Verlag gedacht haben und lieferte einen trefflichen Untertitel mit: „Vom Glück, etwas mit den eigenen Händen zu schaffen.“

Und in diesem Sinne sollte es zur Pflichtlektüre an Universitäten erhoben werden. Crawford kommt zu der schlichten Erkenntnis, dass Hand- sehr viel befriedigender als Geistesarbeit ist. Ein hohes Lied auf alle Hand- und Heimwerker – spitzfindig und intelligent formuliert, in weiten Teilen sehr philosophisch. Sein Fazit: Man sollte zwischendurch mal wieder die Beziehung zum wirklichen Leben herstellen. Recht hat der Mann.

Ich schraube, also bin ich, Matthew B. Crawford, Ullstein, 16.95 Euro.

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