Wege in die Zukunft

Holzmarkt, Petri-Kirche und Kanal: Auch das sind Pfunde, mit denen Burg besser wuchern könnte.
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Holzmarkt, Petri-Kirche und Kanal: Auch das sind Pfunde, mit denen Burg besser wuchern könnte.

Gemeinde Burg lässt Konzept für Entwicklungsperspektiven erstellen / Umsetzung abhängig von der Finanzlage

shz.de von
06. März 2018, 18:15 Uhr

Aufgrund der einmaligen Lage zwischen Marsch und Geest wird der Luftkurort Burg gerne als „Perle der Westküste“ bezeichnet. Die rund 4300 Seelengemeinde hat sowohl landschaftlich als auch kulturell einiges zu bieten und hebt sich von anderen Orten dieser Größenordnung ab. Bislang ist es der Gemeinde jedoch nicht gelungen, das Potenzial als Wohn- und Urlaubsort auszuschöpfen. In der Vergangenheit wurden einzelne Entwicklungsmaßnahmen ohne umfassendes Konzept vorgenommen. „Daraus resultieren zum Teil städtebauliche Missstände sowie funktionale Entwicklungsdefizite. Ein Konzept soll jetzt den richtigen Weg weisen“, sagt Oliver Buchholz von der Gesellschaft für Ortsentwicklung und Stadterneuerung (GOS) aus Ludwigslust.

Die war von der Burger Gemeindevertretung damit beauftragt worden, in enger Zusammenarbeit mit den Bürgern ein Ortskernentwicklungskonzept anzufertigen. Das Ergebnis seiner Untersuchung und der Zusammenarbeit mit den Bürgern stellte Buchholz nun vor.

In seinen Ausführungen hob er lobend die aktive Bevölkerung und die Vereinskultur hervor. Ebenfalls positiv stachen dem Planungsexperten die Schul- und Ärzteversorgung, die Einkaufsmöglichkeiten sowie das touristische Potenzial ins Auge. „Die Attraktivität des Ortes lässt sich jedoch deutlich steigern“, befand Buchholz.

Unter Zuhilfenahme verschiedener Fördertöpfe und spezialisierter Planungsbüros sollen künftig nach Prioritäten gestaffelte Maßnahmen angegangen werden, um den Luftkurort als Wohn- und Lebensraum aber insbesondere auch als Urlaubsziel attraktiver zu gestalten. Wichtig sei es, betonte Buchholz, bei allen nachfolgenden Schritten immer wieder die Bürger mit ins Boot zu holen, da deren Akzeptanz ein wichtiger Baustein für eine erfolgreiche Umsetzung sei.

Doch ganz so einfach ist es nicht. „Die Realisierung wird nur Schritt für Schritt möglich sein, da alles mit viel Geld verbunden ist“, bemühte sich Bürgermeister Hermann Puck die aufkeimenden Erwartungen der Bürger mit dem Blick auf die leere Gemeindekasse von Beginn an in Zaum zu halten.

Nach Buchholz’ Ansicht sollte es die oberste Priorität der Verwaltung sein, noch in diesem Jahr den Posten eines Zentrenmanagers einzurichten. Bei sämtlichen folgenden Vorhaben würde dieser alle Fäden in der Hand halten und damit für eine zügige Umsetzung sorgen können.

Auf der Prioritätenliste ebenfalls weit oben angesiedelt ist die Neugestaltung des ZOB als „Eingangstür“ in den Ort. Optisch aufgewertet und barrierefrei gestalte,t bildet der ZOB den Ausgangspunkt für Ortserkundungen. Ladestationen für E-Bikes, ein Fahrradverleih mit Werkstatt könnten hier ebenso eingerichtet werden wie Wohnmobilstellplätze.

Ein optisch ansprechendes und ausgeklügeltes Wege- und Aufenthaltskonzept wäre die dritte Maßnahme, deren Umsetzung noch im laufenden Jahr angestrebt werden sollte. Der Ausbau des Marktplatzes mit gastronomischen Angeboten und eine anderweitige Nutzung des Pferdemarktes, die Erweiterung des Waldmuseums mit Übernachtungsmöglichkeiten für Schulklassen waren beispielgebende Anregungen, die Oliver Buchholz der Gemeinde mit auf den Weg gab. Dies umzusetzen wird nun die Aufgabe der Gemeinde sein.

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