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Weg vom Rollendenken - Jungs in soziale Berufe

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Wanderausstellung in der Brunsbütteler Regionalschule wirbt für neue Arbeitsfelder

shz.de von
erstellt am 30.Mai.2013 | 03:59 Uhr

Brunsbüttel | Als Hans-Peter Stein in die Runde fragt, welches typische Männerberufe seien, schießen die Finger in die Höhe: Maler, Mechatroniker, Elektriker, Zimmermann. Antworten, die den Leiter der Brunsbütteler Regionalschule ebenso wenig überraschen wie die Antworten auf die Frage nach Berufen, denen Frauen üblicherweise nachgehen: Verkäuferin oder Friseurin etwa. Heute endet an der Schule die von der Agentur für Arbeit unterstützte Wanderausstellung "Typ 2020 - Was morgen zählt". Sie wirbt für soziale Berufe, will Schülern den Job als Erzieher im Kindergarten oder Altenpfleger schmackhaft machen.

"Das Gros der hier vorgestellten Berufe ist für unsere Schüler geeignet", sagt Lehrerin Godula Wöllfert. "Viele Berufe, die sich Jungs überlegen, sind überlaufen. Hier finden sie Alternativen", ist sie überzeugt. Dies allein schon deshalb, weil es in den sozialen Tätigkeitsfeldern gute Anstellungschancen gebe. Konzipiert ist die Ausstellung, die bereits in Heide und Albersdorf zu sehen war, für Schüler ab der 5. Klasse. Robin geht in die 9. Klasse der Regionalschule und hat mit seinem Berufswunsch Immobilienkaufmann aber längst für sich eine Entscheidung gefällt. Ebenso Achtklässler Jesko, sein Berufsziel: Elektriker.

Doch gerade die Jüngeren ließen sich vielleicht für den Blick über den Tellerrand sensibilisieren, hofft Ricarda Röleke vom "Sozialraumorientierten Übergangsmanagement Dithmarschen", kurz: SÜD. Diese Abteilung der Kreisverwaltung mit dem sperrigen Namen betreut den Übergang von der Schule in den Beruf. "Das hat Potenzial ", sagt sie über "Typ 2020". Auch Brunsbüttels stellvertretende Bürgervorsteherin Karin Süfke setzt auf die werbende Wirkung: "Es ist eine Chance für Jungs, in Mädchenberufe einzusteigen."

Und Gleichstellungsbeauftragte Gabriele Hoschek appelliert an die Jungs unter den 93 Schülern: "Entscheidet bei eurer Berufswahl danach, welche Fähigkeiten ihr habt, wozu ihr Lust habt." Denn, daran lässt sie keinen Zweifel, in der Langzeitbetrachtung werde sich die Arbeitswelt verändern: "In Dienstleistungsberufen wachsen die Arbeitsstellen, während bei Industrieberufen ein Rückgang zu erwarten ist."

Ergänzt wird die Ausstellung durch diverse Medien, um die Thematik im Unterricht zu vertiefen. Dazu gehört ein Film, in dem junge Männer erzählen, wie sie auf die Wahl ihrer Ausbildungsstellen zum Tierarzthelfer, Altenpfleger oder Erzieher im Kindergarten gekommen sind und was ihnen daran gefällt. In Brunsbüttel, so Gabriele Hoschek, sei die Situation bereits problematisch: Es fehle den Kindergärten schon jetzt Personal. Und: "Wir haben in den Kitas derzeit keinen einzigen Mann."

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