Ratsversammlung Wilster entscheidet : Wasserpreis: Erhöhung unumgänglich

Stadtwerke-Verlust muss aufgefangen werden. Der steigende Wasserpreis bedeutet eine Mehrbelastung eines Haushaltskunden von 10,20 Euro brutto pro Jahr.

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20. November 2013, 05:00 Uhr

Die Ratsversammlung hat Montagabend beschlossen, dass die Strom- und Wasser-Preise in Wilster ab 1. Januar 2014 steigen werden. Die Ratsmitglieder folgten damit der Empfehlung des Werkausschusses. „Wir müssen den Verlust wieder auffangen“ betonte Ratsherr Bernd Schwutzke (SPD. Bürgermeister Walter Schulz (CDU) fügte hinzu: „Es gibt keine andere Möglichkeit, wenn wir einigermaßen vernünftig wirtschaften wollen.“ Und Ratsherr Eike Starck (SPD) ergänzte: „Man kann nur sagen: ‚Trinkt mehr Wasser‘!“

Der Jahresabschluss 2012 weist in der Wassersparte einen Verlust von 139 900 Euro aus. Schon im Werkausschuss wurde angemerkt, dass eine Reduzierung im Rahmen der technischen Möglichkeiten sowie eine moderate Erhöhung des Wasserpreises erforderlich seien, um dem Verlust entgegen zu wirken. Die Grundpreiserhöhung bedeutet eine Mehrbelastung eines Haushaltskunden von 10,20 Euro brutto pro Jahr. Bei 15 Ja-Stimmen gegenüber einem Nein von Peter Labendowicz (CDU) wurde die Erhöhung genehmigt.

Ebenfalls angehoben wird der Strompreis der Stadtwerke Wilster. Notwendig geworden durch konstante Kosten, „die wir leider nicht beeinflussen können“, so Bürgermeister Schulz. Auch hier betonte Bernd Schwutzke: „Wir kommen nicht um eine Erhöhung herum.“ Die beträgt 1,2 Cent pro Kilowattstunde und ergibt sich aus der Verrechnung der Erhöhung der gesetzlichen Abgaben, der gestiegenen Nutzungsentgelte und der Weitergabe der gesunkenen Preise am Beschaffungsmarkt. Die Strompreisänderung wurde einstimmig beschlossen.

Dass auch den Kommunalpolitikern beider Couleur die Preiserhöhung nicht leicht fiel, wurde bei der anschließenden Erörterung des Wirtschaftsplans der Stadtwerke Wilster deutlich. Dieser werde voraussichtlich mit einem Defizit von 245 000 Euro abschließen. Eine Situation, die nicht einfach hinnehmbar sei. Ratsherr Andreas Prüß (CDU), Vorsitzender des Werkausschusses, betonte: „So kann es auf keinen Fall weitergehen.“ Beide Parteien seien sich darin einig, dass es Einsparpotenzial gebe, um zu versuchen, das Defizit zu entlasten. Das Hallenbad sei dabei außenvor gelassen. „Beide Fraktionen sind auf einem guten Weg“, ist Andreas Prüß überzeugt. Ständig steigende Preise seien für den Bürger unzumutbar. Mit einem in der Bevölkerung schwelenden Vorwurf aufgrund des steigenden Wasserpreises räumten in dem Zusammenhang sowohl Bürgermeister Walter Schulz als auch SPD-Fraktionschef Manfred Schmiade auf. Das Hallenbad werde nicht über die Stadtwerke und eben auch nicht durch den Strom-, Gas- oder Wasserpreis finanziert, so Walter Schulz. Manfred Schmiade ergänzte, dass das eigentliche Geschäft der Stadtwerke nach außen deutlicher von dem Betrieb des Hallenbades getrennt werden müsse. Es werde nur aus steuerlichen Gründen im Wirtschaftsplan mit aufgeführt. Abschließend unterstrich er: „Wir wissen alle, dass wir das Hallenbad nicht gewinnbringen fahren können, aber es hat für Wilster existenzielle Bedeutung.“ Nicht zuletzt als attraktives Merkmal als Schulstandort.

Bei einer Enthaltung wurde der Wirtschaftsplan 2014 wie vorgelegt festgesetzt. Einstimmig genehmigt wurde danach der – ausgeglichene – Wirtschaftsplan 2014 des Bauhofs.

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