Propeller-Hersteller Otto Piening : Wasserhydraulik made in Blomesche Wildnis

Mathias Pein (53) ist stolz auf seine Produkte und seine Mannschaft.
Mathias Pein (53) ist stolz auf seine Produkte und seine Mannschaft.

Die Bundespolizei fährt bald mit der innovativen Technik des Traditionsunternehmens.

shz.de von
30. Juli 2018, 05:00 Uhr

Der Propeller-Hersteller Otto Piening aus der Blomeschen Wildnis ist gut ausgelastet und hat Antriebsanlagen für interessante Schiffbauten im Orderbuch. Darüber hinaus macht sich Geschäftsführer Mathias Pein (53) mit seinen Fachleuten daran, den im Unternehmen entwickelten Verstellpropeller mit der umweltfreundlichen Wasserhydraulik weiter in den Markt zu tragen. Dabei helfen erste sogenannte schwimmende Referenzen. Schiffe, die diese ebenso neu- wie einzigartige Technik bereits nutzen.

Zurzeit wird mit Hochdruck an der Ablieferung der von dreimal zwei Propeller-Antriebsanlagen für die Fassmer Werft gearbeitet. Otto Piening liefert fünf-flügeligen Verstellpropeller mit der gesamten Steuerung und dem Getriebe. Dabei galt es zu berücksichtigen, dass die drei 86 Meter langen Einsatzschiffe für die Bundespolizei mit Hybridantrieb fahren.

„Ich bin stolz darauf, dass die Werft uns das Vertrauen für diesen Auftrag entgegengebracht hat“, sagt Mathias Pein. „Dieses Projekt ist ein Meilenstein in der Unternehmensgeschichte und wurde in der entsprechenden Qualität und im Rahmen des gegebenen Budgets fristgerecht von uns umgesetzt.“

Für die Werft seien die flachen Hierarchien bei dem Zulieferer wichtig gewesen. Trotz des Umfangs des Auftrages lag der Werft daran, möglichst wenig Ansprechpartner für Abstimmung und Koordination bei Piening-Propeller zu haben. Da Bundesschiffe für eine Einsatzzeit von mehr als 30 Jahren geplant sind, wurde die Anlage bereits mit Komponenten ausgestattet, die später für die Wasserhydraulik genutzt werden können.

Nachdem ein polnisches Segelschulschiff bereits mit der Wasserhydraulik made by Piening fährt und auch ein Baggerschiff einer dänischen Reederei diese Technologie im Einsatz hat, setzt sich das Produkt bei immer mehr Aufträgen durch. Hinzu kommt, dass renommierte internationale Fachzeitschriften wie „ShipBuilding“ oder „Ship&Offshore“ ausführlich über diesen umweltfreundlichen Antrieb berichten. So erhält demnächst ein hydrographischer Katamaran auf einer finnischen Werft zwei Doppelantriebsanlagen mit Wasserhydraulik.

Ebenso hat Mathias Pein Propeller-Anlagen für zwei polnische Eisbrecher im Auftragsbuch. Einer der Kraftprotze bekommt ebenfalls die moderne Wasserhydraulik eingebaut. „Unsere Entwicklung findet immer mehr Einzug in die Werften Europas.“ Pein sieht sich und seine Crew für Konstruktion und Entwicklung auf dem richtigen Weg.

Für eine Werft in Chile liefern die Propeller-Macher aus Schleswig-Holstein zwei Festpropelleranlagen für ein Passagierschiff, das für eine sehr hohe Eisklasse (Polar Class 6) ausgestattet ist. Über weitere Aufträge aus seinem Orderbuch kann der innovative Unternehmer vom Alten Deich nicht sprechen. Da gelten einfach Verschwiegenheitsklauseln.

Mit Reedereien im In- und Ausland werden aktuell Gespräche über weitere Projekte geführt. „Es geht dort um vielversprechende Aufträge“, berichtet Pein und bereitet derweil Pienings Messeauftritt auf der Internationale Messe für Schiffbau, Maschinen und Meerestechnik (SMM) in Hamburg vom 4. bis 7. September in der Halle A3 - Stand 208 vor. Einen neuen Imagefilm über seine umweltschonenden Propelleranlagen hat er gerade rechtzeitig zur Präsentation auf dem Rechner.

Mathias Pein engagiert sich im Verband für Schiffbau und Meerestechnik sowie in der Vollversammlung der Industrie- und Handelskammer zu Kiel. 2017 wurde die Innovationskraft des Mittelständlers mit dem „Umweltpreis der Wirtschaft“ anerkannt und ausgezeichnet. Seit 1929 sind tausende Propeller und Wellenanlagen bei Otto Piening konstruiert, gefertigt oder instand gesetzt worden. Nahezu alle Schiffstypen – von der Megayacht bis zum Schnellboot, vom Fahrgastschiff bis zum Kümo – fahren mit Antrieben aus der Blomeschen Wildnis. Das Unternehmen beschäftigt insgesamt rund 50 Mitarbeiter.

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