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Norddeutsche Rundschau

14. Dezember 2017 | 01:47 Uhr

Wasser: Kunst und Bedrohung

vom

Neue Ausstellung in der Themenreihe "Glückstadt in Bildern" im Provianthaus wird am Sonnabend, 8. Juni, eröffnet

shz.de von
erstellt am 25.Mai.2013 | 03:59 Uhr

Glückstadt | "Land unter: Wehr pumpte im Kreis" - so titelte unsere Zeitung am 19. Juli 2002. Große Mengen Regenwasser sorgten für eine Katastrophe in Glückstadt und später in Umlandgemeinden. 40 Millionen Pflanzen der Gemüsebauern gingen durch die Überflutung kaputt, und der Tegelgrund stand komplett unter Wasser. Erst Großpumpen aus Holland sorgten vier Tage später für Entspannung der Lage. 270 000 Liter pro Minute gingen damals durch die Großpumpen. Grund für das Desaster war: Eine Pumpe des Rhinstörsperrwerks war ausgebaut worden und zur Reparatur.

Bilder aus diesen Tagen zeigt die Ausstellung "Glückstadt in Bildern - Glückstadt am Wasser", die am Sonnabend, 8. Juni, um 18.30 Uhr eröffnet wird. Aus einem großen Fundus an Fotos rund um das Thema "Wasser" haben Susanne Kreth und Dr. Klaus-Peter Prager vom Provianthaus-Verein sowie Jens Blödorn, Eberhard Krüger und Dr. Jan Mühlfeld die Ausstellung konzipiert.

Zu sehen sind neben jüngeren Fotos auch viele historische Bilder. Zu den einmaligen Aufnahmen gehört das Bild aus dem Januar 1976: Die Fähre "Ernst Sturm" hatte sich bei der großen Sturmflut in der Nacht losgerissen und trieb auf die Südermole. Als später das Wasser ablief, zeigte sich mit der "gestrandeten Fähre" ein kurios anmutendes Bild am Hafen.

Dieses Bild und viele andere vom Hafen haben die Organisatoren der Ausstellung von dem Glückstädter Waldemar Cornelsen (89) bekommen. Er arbeitet Jahrzehnte lang am Hafen und war leidenschaftlicher Fotograf. Von ihm zu sehen sind auch Bilder der Sturmflut von 1962 sowie von der "Eiszeit" einen Winter später. Dr. Klaus-Peter Prager erinnert sich noch genau, als die Elbe zufror. "Es gab eine Völkerwanderung", sagt er zu den Menschen, die über das Eis auf der Elbe von Glückstadt nach Niedersachsen liefen. Aus heutiger Sicht "unverantwortlich", sagt Dr. Prager.

Wasser gibt es viel in Glückstadt. Gesprochen wird auch von "der Wasserkunst". Dies ist das Verbundsystem von Gräben und vielen Teichen, die bei der Gründung der Stadt 1617 entstanden waren. Auch davon sind Bilder zu sehen.

Ein weiterer Höhepunkt sind zwei Filme, die Eberhard Krüger zusammengestellt hat. Zum einen wird die aufwändige Restaurierung der denkmalgeschützten "Rigmor von Glückstadt" gezeigt, dem ältesten Zollkreuzer Deutschlands. Und ein neu zusammengestellter Film mit Aufnahmen von Lutz Müller wird präsentiert. "Wirklich gut", sagt Jens Blödorn. Gezeigt werden unter anderem ein historischer Matjesanbiss, wie ein Junge mit dem Optimisten kentert und "ein Kiosk, der absäuft". "Einige Glückstädter werden sich wiedererkennen." Jens Blödorn freut sich schon jetzt auf die Reaktionen.

Die Ausstellung findet in diesem Jahr eine Woche vor der Matjesmeile statt. Grund: Die Reihe "Glückstadt in Bildern" war in den vergangenen Jahren nur an drei Wochenenden gezeigt worden. Zu kurz, sagten viele Besucher, deshalb wird sie auf vier Wochenenden verlängert. Im vergangenen Jahr kamen rund 1500 Besucher, um Bilder von Glückstadt und von Menschen aus der Elbestadt zu sehen.

Der Eintritt ist auch diesmal frei, allerdings freuen sich die Organisatoren über Spenden. Denn Kosten entstehen allein schon dadurch, dass die Bilder vergrößert und als Fotos neu abgezogen werden. Veranstalter ist der Provianthaus-Verein.

Öffnungszeiten: Eröffnung am 8. Juni . Weitere Zeiten jeweils sonnabends und sonntags, 13 bis 18 Uhr am 9., 15., 16., 22., 23. sowie 29. und 30. Juni im Provianthaus.

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