zur Navigation springen
Norddeutsche Rundschau

18. Oktober 2017 | 03:00 Uhr

Waschen, trocknen, rollen

vom

Neue Schlauchwaschanlage in der Kreisfeuerwehrzentrale erledigt die Arbeit in der Hälfte der Zeit

shz.de von
erstellt am 06.Aug.2013 | 05:59 Uhr

St. Michaelisdonn | Landesweit einmalig ist die neue Waschanlage für Feuerwehrschläuche in der St. Michler Kreisfeuerwehrzentrale. Rund 157 000 Euro hat der Kreis Dithmarschen dafür auf den Tisch gelegt, 40 Prozent der Kosten fließen aus der Feuerschutzsteuer. Die 25 Meter lange Anlage löst eine Schlauchwaschmaschine ab, die seit 27 Jahren in Betrieb war. Auch der Kompressor, der die Atemluftflaschen der Feuerwehrleute befüllt, wurde nach 27 Jahren ausgetauscht. 42 000 Euro kostet das neue Gerät. Weitere 27 000 wurden für eine Anlage zur Reinigung der Druckluftflaschen ausgegeben.

Für Landrat Dr. Jörn Klimant gibt es keine Alternativen zu den Investitionen in die Kreisfeuerwehrzentrale. "Hinter Feuerwehr steht eine anspruchsvolle Logistik." Daran dürfe nicht gerüttelt werden, machte er deutlich. Den Dithmarscher Kreistag als Entscheidungsträger für derartige Ausgaben weiß er hinter sich: "Der Stellenwert des Feuerwehrwesens ist in der Kreispolitik sehr hoch." Zudem sei bekannt, dass die drei hauptamtlichen Gerätewarte in der Donner Zentrale äußerst pfleglich mit dem ihnen anvertrauten Material umgingen. Dass eine Schlauchwaschanlage erst nach knapp drei Jahrzehnten ausgemustert werde, sei sicher nicht Ziel des Herstellers, nannte Klimant ein Beispiel.

Auszuhalten hat das Gerät so einiges. Allein 2012 wurden in St. Michel 4458 Feuerwehrschläuche gewaschen und getrocknet. Nach jedem Einsatz ist dies notwendig. Gleichzeitig werden die Schläuche auf Dichtigkeit getestet. Im vorigen Jahr mussten 343 ausgemustert werden. Die neue Anlage spart Energie, weil sie nicht mit Warmluft trocknet. Und sie arbeitet effektiver, braucht für 16 Schläuche nur eine statt zwei Stunden. Dann sind sie gespült, geprüft, getrocknet und aufgerollt - fertig für den nächsten Einsatz einer der kreisweit 90 Feuerwehren.

Deren insgesamt 4200 Mitglieder greifen bei Einsätzen auch auf Pressluft zurück. Den Atemschutzträgern, so Klimant, dürfe nur einwandfreies, zuverlässiges Material an die Hand gegeben werden. Schließlich hängt ihr Leben im Ernstfall von der Funktionsfähigkeit der Pressluftversorgung ab. Jährlich werden rund 4000 der Stahlflaschen in der Kreisfeuerwehrzentrale gereinigt, befüllt und geprüft. Der alte Kompressor erwies sich als nicht mehr reparabel. Mit dem Gerät werden bis zu 18 Flaschen gleichzeitig befüllt - mit 300 Bar Druck. Eine neue Reinigungsanlage hilft, die Flaschen vor dem Wiederbefüllen zu reinigen und zugleich auf Dichtigkeit zu prüfen. Ständig werden rund 150 Flaschen abrufbereit vorgehalten. Die Wehren in Heide und Brunsbüttel verfügen über eigene Füllstationen. Wie langlebig das eingesetzte Gerät ist, machte Klimant deutlich: Es seien noch Flaschen aus der Zeit vor der Kreisreform 1970 im Umlauf.

Kreisbrandmeister Hans-Hermann Peters aus Delve hat erstmal nur noch einen Wunsch: mehr Platz für die Fahrzeuge. In St. Michel ist es über die Jahre eng geworden.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen