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Jugendtreff am Holzkamp Itzehoe : Was passiert nach der Schließung?

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Aus der Redaktion der Norddeutschen Rundschau

Der Mietvertrag für den Jugendtreff am Holzkamp endet voraussichtlich im April 2018. Für einen möglichen Ersatz führt die Stadt Gespräche mit dem Familienzentrum St. Ansgar.

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erstellt am 06.Okt.2017 | 10:00 Uhr

Wie oft sie in den Jugendtreff am Holzkamp kommt? „Fast jeden Tag.“ Schließlich wohnt die zehnjährige Leah ganz in der Nähe. Doch was ist, wenn in absehbarer Zeit das neue Haus der Jugend (HdJ) an der Grunerstraße öffnet und der Treff am Holzkamp wegfällt? Die Stadt und das katholische Familienzentrum St. Ansgar arbeiten an einer Alternative, spruchreif ist aber nichts.

„Ab 2018“, so heißt es in einer Vorlage für den jüngsten Bildungsausschuss, „wird das neue Haus der Jugend in Betrieb genommen.“ Der Mietvertrag für das Provisorium am Holzkamp ende voraussichtlich im April 2018. Doch dieser Jugendtreff werde derzeit von Kindern und jüngeren Jugendlichen aus dem Stadtteil östlich der Hindenburgstraße intensiv genutzt. „Das neue Haus der Jugend wird für viele dieser Zielgruppe aufgrund seiner Lage kein idealer Anlaufpunkt sein“, heißt es weiter aus dem Amt für Bildung.

Nicht jeder hat die Möglichkeit, die Leoni (13) und ihre Schwester Lea (10) haben. Sie wohnen an der Hindenburgstraße, besuchen aber die Wolfgang-Borchert-Schule in der Nähe des neuen HdJ: „Wir können direkt nach der Schule hingehen“, sagt Leoni. Grundschülerin Leah will das auch: „Es sind ungefähr 20 Minuten.“ Aber ob es für sie und Altersgenossen wirklich funktioniert, ist fraglich. Deshalb führte die Stadt Gespräche mit dem Familienzentrum St.  Ansgar, das nur wenige Schritte entfernt liegt. „Wenn sie den Jugendtreff am Holzkamp aufgesucht haben, gehen sie zum Familienzentrum wahrscheinlich auch“, erklärt Carsten Roeder vom Kinder- und Jugendbüro die Überlegung.

Mit der multikulturellen Mädchengruppe im Familienzentrum, die auch Kinder wie Leoni, Lea und Leah aus dem Jugendtreff besuchen, gebe es einen Andockpunkt, sagt Michael Grandt, Geschäftsführer der Einrichtung am Coriansberg. „Wir sehen uns in der Verantwortung zu gucken, wie wir die Kinder und Jugendlichen hier so ein bisschen auffangen können.“

Das Thema Migration sei im Familienzentrum ein eindeutiger Schwerpunkt, jetzt auch durch Landesförderung anerkannt. Viele Kinder in dem Viertel hätten Migrationshintergrund, aber eben nicht alle, sagt Roeder. Die konkrete Ausrichtung auf das Quartier rund um die Hindenburgstraße sei ebenfalls wichtig, so Grandt. Den Kindern, die sonst dort nichts hätten, müsse etwas angeboten werden. Dafür wolle das Zentrum sorgen – „aber“, so ergänzt der Geschäftsführer mit aller Vorsicht, „nur in dem Maße, wie es uns möglich ist“.

Entscheidende Fragen sind ungeklärt, etwa die zu Personal und Finanzierung. Roeder will für das kommende Jahr im Haushalt 10.000 Euro einwerben, um das Projekt zu starten. Nach einer Auswertung im Sommer 2018 solle geprüft werden, ob es eine langfristige Förderung gebe. Der Bildungsausschuss hatte zunächst keine Einwände. Die Etatberatungen laufen aber erst im Spätherbst.

 

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