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in bereitschaft : Warten auf den nächsten Einsatz

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Aus der Redaktion der Norddeutschen Rundschau

Wie anderswo gilt auch in Kellinghusen zum Fest: Wenn es brennt, muss Feuerwehrmann Dirk Leisner raus.

shz.de von
erstellt am 25.Dez.2013 | 16:00 Uhr

Weihnachten als besinnliches Fest – was aber machen Menschen, die an diesem Tag arbeiten? Wie Feuerwehrman Dirk Leisner (41). Er wohnt mit seiner Frau Nicole (42) und den Söhnen Mattes (9) und Lenny (7) in Kellinghusen. Von Beruf Fahrlehrer in Itzehoe, ist er seit zwölf Jahren als Maschinist in der Freiwilligen Feuerwehr Kellinghusen tätig. Der Tagesablauf der Familie an Heiligabend ist zunächst relativ normal. „Erst wird gemütlich gefrühstückt und der Tannenbaum aufgebaut“, sagt Nicole Leisner. Dann bereitet sie das Essen vor. „Es gibt in diesem Jahr bei uns Rehkeule mit Rotkohl und Rosenkohl zu Kartoffeln und Kroketten mit Soße, hinterher ein Eis.“ Der Einsatzmelder – ein handygroßes Gerät mit einem Display – liege immer griffbereit in der Stube, schildert Dirk Leisner. „Wenn der piept, steht gleichzeitig drauf, was los ist.“

Um nachmittags die Wartezeit zu überbrücken spielen die Kinder bei gutem Wetter auch draußen im Garten Fußball – und warten natürlich auf die Geschenke. Auf dem Wunschzettel stehen in diesem Jahr ein HSV-Trikot für Mattes, der auch im Verein spielt, Lenny wünscht sich eine Torwarthose. Dann wird gemeinsam gegessen, danach ist Bescherung. Wenn es so läuft, ist der Familientag gerettet. Vor zwei Jahren aber kam es ganz anders: Da hatte der Feuerwehrmann seinen jüngsten Einsatz an Heiligabend. „Ich war gerade dabei, das Essen zu machen und mich umzuziehen, als der Einsatzmelder piepte“, erzählt Dirk Leisner. Ein Blick auf das Display brachte Klarheit: Vollalarm für eine Löschhilfe in Wrist. Gewartet hatten die Leisners zu diesem Zeitpunkt gerade auf die Großeltern, auf den Bruder mit Frau und den Cousin. „Sie kamen vorne hinein, ich musste hinten heraus“, resümiert Dirk Leisner. „Ich habe schnell noch mein Handy gegriffen und bin dann ab zur Wache.“

Ein Einfamilienhaus war durch einen technischen Defekt in der Küche in Brand geraten und musste gelöscht werden. Nach vier Stunden war das Feuer gelöscht, zum Abendbrot war Leisner wieder zu Hause.„Dann muss ich erzählen: Mit welchem Auto bist du gefahren? Wer war mit? Wer war Gruppenführer? Wer hat welches Auto gefahren?“ Im Schnitt hat er zehn Einsätze im Monat. Sein Chef hat dafür Verständnis. „Man lebt mit der Feuerwehr, ist von der Tätigkeit geprägt.“ Sein Vater war selbst jahrelanges Mitglied, sein Schwiegervater ebenso. „Es ist ein Hobby, in dem man aufgeht und etwas Gutes fürs Allgemeinwohl tut.“

Dass der freiwillige Dienst auch mit Einsätzen an Feiertagen verbunden ist, ist in der Familie schon zur Normalität geworden. „Die Kinder kennen das schon. Der große liest auch den Einsatzmelder ab“, so Leisner. Später will er selbst mal zur Feuerwehr. Dass er seine Freizeit opfert, ist für Kurt Leisner selbstverständlich. „Wenn ich ein paar Stunden von meiner Zeit abgebe, ist es nicht die Welt für mich, und man hat geholfen.“

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