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Norddeutsche Rundschau

23. August 2017 | 08:27 Uhr

War Pöschendorf ein christliches Urdorf ?

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Rundschau

Neue Chronik der Gemeinde geht davon aus, dass der Ort erstmals 811 erwähnt wurde

„Herausgekommen ist ein sehr spannendes und kenntnisreiches Buch, das auch die historisch-politische Situation der Frühzeit im ganzen Norden wiedergibt.“ So beschrieb Michael Bellmann, Autor der Dorfchronik der Gemeinde Pöschendorf, während der Buchvorstellung im Feuerwehrhaus sein Werk. Damit sei es auch für Menschen, die Pöschendorf nicht kennen, höchst interessant zu lesen.

Eigentlich sei das Buch keine Chronik, sondern eher der Versuch einer Chronik, betonte der 45-jährige Betriebswirt, der seit zwölf Jahren in der Gemeinde lebt. In dem Buch mit dem Titel „Pöschendorf – Das christliche Urdorf in Holstein?“ ginge es ausschließlich um die Fragen, woher der Ortsname komme und wann der Ort gegründet wurde. „Nach neuen Erkenntnissen erfolgte das im Jahr 811 nach Christi.“ Allerdings: Diese exakte Angabe setze jedoch voraus, dass die Kirche in Schenefeld tatsächlich die Urkirche der Holsteiner sei. Fakt aber sei, dass das Gotteshaus mit nahezu 100-prozentiger Wahrscheinlichkeit von den Pöschendorfern gegründet worden sein müsse. Denn: „Eine Ortschaft namens Schenefeld existierte im 9.  Jahrhundert nicht“.

Wie aus dem Titel des Buches ersichtlich, ging Bellmann unter anderem auch der Frage nach, wie christlich Pöschendorf in der Frühzeit tatsächlich gewesen sein könnte. Gerne hätte er beim Thema „Krinkberg“ auf die Kenntnisse eines in Schenefeld ansässigen Geschichtsvereins zurückgegriffen. Mehrmals habe er vergeblich versucht, Auskunft zu bestimmten Sachverhalten zu erhalten. Bei eigener Recherche wurde ihm schließlich klar, dass verschiedene Angaben zum Krinkberg „höchst fraglich und teilweise falsch“ seien. „Irritiert hat mich, dass einige regionale Forscher nicht wissen oder nicht wahrhaben wollen, dass Breitenfelde und somit auch der Krinkberg zu Pöschendorf gehörten.“ Große Unterstützung habe er zu diesem Kapitel dann vom Archäologischen Landesamt bekommen, erzählt Bellmann, der zudem persönlichen Kontakt zu Wissenschaftlern hatte, die sich mit dem Krinkberg beschäftigt haben. „Das Ergebnis kann in der Chronik nachgelesen werden und wird einigen älteren regionalen Heimatforschern sicher nicht gefallen“, vermutet der Autor. „In der Chronik sind erstmals alle bekannten Theorien zu den enormen Krinkberg-Schätzen und neue Erkenntnisse zur Urkirche der Holsteiner zusammengefasst“, sagt Bellmann.

Das Werk sei ohne die Unterstützung der Pöschendorfer völlig undenkbar gewesen wäre. Ein besonderer Dank aber galt unter anderem seiner Ehefrau Anja und Bürgermeister Norbert Graf. „Er hat mich massiv unterstützt, mich immer wieder angeregt weiter zu machen und zu forschen.“

Finanziell unterstützt wurde die Forschung und Niederschrift von der Lise-Wielatt-Münster-Stiftung Hohenfelde. Aus Verbundenheit zu ihrer Heimat stiftete die 1998 verstorbene Hohenfelderin ihren Nachlass für ausgewählte Projekte, bei denen das Verständnis für die Kultur in der Region gefördert und gepflegt wird. „Ohne diese Anerkennung würde das Buch jetzt noch nicht fertig gestellt sein“, sagte Bürgermeister Graf. Grafische Gestaltung und der Druck bei seien bei den Glückstädter Werkstätten erfolgt. Damit unterstütze die Gemeinde die Region und eine tolle Einrichtung für Behinderte. Die erste limitierte und handgebundene Auflage der Dorfchronik gibt es im Geschenkehaus Graf, Holstenstraße 34, in Schenefeld oder kann über www.poeschendorf.de bestellt werden.

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erstellt am 19.Apr.2015 | 13:34 Uhr

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