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Norddeutsche Rundschau

17. August 2017 | 01:49 Uhr

Konflikte : Wann Bello an die Leine muss

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Rundschau

Leinenpflicht ist für die städtischen Bereiche in Itzehoe klar geregelt – doch es gibt immer wieder Verstöße, vor allem im Wald und in Grünanlagen.

„Nehmen Sie Ihren Köter gefälligst an die Leine!“ auf der einen Seite – „Der tut nix!“ auf der anderen. Bei der Begegnung mit Hunden und ihren Haltern kommt es immer wieder zu Konflikten. Oft herrscht Unkenntnis darüber, was Hunde eigentlich dürfen, welche Pflichten ihre Besitzer haben.

Aufgelistet ist alles auf dem „Merkblatt über die Hundehaltung in der Stadt Itzehoe“ (siehe Info-Kasten), das jeder Hundehalter bei der Anmeldung seines Tieres erhält. Doch längst nicht jeder hält sich auch daran, weiß Ivonne Thiem aus der Ordnungsabteilung im Rathaus. Insbesondere die Leinenpflicht, die für einige Bereiche gilt, liefert immer wieder Probleme. In Parks, aber auch an den Tonkuhlen, im Klosterforst oder an den Malzmüllerwiesen seien oft Hunde ohne Leine anzutreffen – genau wie im Wald. Dort duldet das Landeswaldgesetz keine Ausnahme: „Hunde sind im Wald grundsätzlich an der Leine zu führen“, betont Thiem. Der Stadtförster reagiere auf Verstöße „sehr allergisch“.

Größtes Problemgebiet ist dabei der Lehmwohld. Dort komme hinzu, dass es auch ein Schulweg ist. „Man hat als Hundehalter eine Fürsorgepflicht und sollte sein Tier an die Leine nehmen“, appelliert Thiem. Einmal im Jahr gebe es eine „Hundewoche“, bei der diese Bereiche verstärkt bestreift werden. „Jeder zweite Schuss ein Treffer“, fasst Thiem zusammen, zeigt aber auch Verständnis für die Hundehalter: „Wer kein Auto hat und in die Feldmark fahren kann, hat in der Stadt ein Problem, seinem Hund den nötigen Auslauf zu bieten.“

Momentan hielten sich grundsätzliche Beschwerden in Grenzen, es würden eher gefährliche Vorfälle gemeldet. Anonymen Anzeigen gehe die Stadt grundsätzlich nicht nach, alle anderen werden geprüft – und notfalls auch Warn- oder Bußgelder verhängt. Das gilt auch für Halter, die die Hundehaufen nicht wegräumen. „Auch das wird verfolgt, es ist eine Ordnungswidrigkeit.“

Doch egal, was dem Hundehalter vorgeworfen wird: „Es reicht nicht zu sagen: ‚Es ist der Mann mit der dunklen Jacke und dem Border Collie‘“, betont Thiem. Es seien genauere Angaben wie Name oder Adresse nötig. Und im Idealfall Zeugen. Denn oft stehe Aussage gegen Aussage und es gelte: „Im Zweifel für den Angeklagten“. Angst vor Rache sei unbegründet – der Name des Anzeigenden wird nicht weitergegeben.

Menschen kämen in Itzehoe zum Glück „sehr, sehr selten“ durch Hunde zu Schaden, sagt Ivonne Thiem. Meist handele es sich um Beißereien zwischen Hund und Hund oder Hund und Katze. Zwölf solcher Vorfälle wurden 2013 gemeldet – „in der Regel weil ein Hund nicht an der Leine war und den, der an der Leine war, gebissen hat“.

Die Übeltäter seien dabei quer durch alle Rassen zu finden, die vier so genannten Gefahrhunde American Staffordshire-Terrier, Staffordshire-Bullterrier, Bullterrier und Pitbullterrier seien sehr selten darunter. Auch deshalb hat eine Arbeitsgruppe, an der die Ordnungsämter beteiligt waren, einen Vorschlag zur Überarbeitung des Gefahrhundegesetzes bei der Landesregierung vorgelegt. Hunde sollen demnach nicht wegen ihrer Rasse als gefährlich eingestuft werden, sondern erst nach einer Überprüfung, wenn es einen Vorfall gab. Dafür wird der Hundeführerschein für alle Halter gefordert. „Ich glaube, ein Hundeführerschein würde keinem schaden“, sagt Ivonne Thiem. Und viele Probleme könnten schon durch ein paar Grundsätze vermieden werden. Dazu gehört neben Rücksichtnahme: „Ein Tier ist kein Spielzeug und kein Prestigeobjekt, ein Hund gehört nicht in Kinderhände. Ich würde mir wünschen, dass sich mehr Menschen vor der Anschaffung mit dem Wesen und den Bedürfnissen der Tiere beschäftigen.“

Vorschriften: Was dürfen Hunde – was nicht?

Leinenzwang besteht für alle Hunde

> in Fußgängerzonen, Haupteinkaufsbereichen und anderen innerörtlichen Plätzen mit vergleichbarem Publikumsverkehr, dazu gehören auch die gängigen Schulwege

> bei öffentlichen Versammlungen, Aufzügen, Volksfesten

> in Park-, Garten- und Grünanlagen, z.B. auf dem Rundweg an den Malzmüllerwiesen, an den Tonkuhlen, im Senioren- und Cirencesterpark sowie auf Friedhöfen und im Wald > bei Mehrfamilienhäusern auf Zuwegen, in Treppenhäusern, Aufzügen, Fluren

> in öffentlichen Gebäuden und öffentlichen Verkehrsmitteln

> in Sportanlagen und auf Zelt- und Campingplätzen

> auf Märkten und Messen

Ein Mitnahmeverbot besteht in Kirchen, Kindergärten, Schulen, Krankenhäusern, Theatern, Kinos, Versammlungsräumen, Badeanstalten und -plätzen, Kinderspielplätzen.

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erstellt am 03.Feb.2014 | 17:00 Uhr

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