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Norddeutsche Rundschau

21. August 2017 | 03:05 Uhr

Jahresbilanz : Wanderwege zu Hügelgräbern

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Rundschau

Heimatverband verfolgt vielfältige Aufgaben für den Kreis, kämpft aber mit sinkenden Mitgliederzahlen

„Der Heimatverband ist wie in den letzten Jahren auf allen seinen Interessensgebieten wieder regional und landesweit aktiv gewesen“, stellte Herbert Frauen währen der Jahresversammlung seiner Organisation heraus. Ihr sind derzeit 687 Mitglieder angeschlossen – ein paar weniger, als noch vor Jahresfrist: „Wir müssen damit leben, dass wir tendenziell weniger werden“, bedauerte der zweite Vorsitzende und Versammlungsleiter.

Dennoch: Sein Jahresbericht und die aus den Arbeitsgemeinschaften Botanik, Archäologie, Nedderdüütsch sowie Kultur- und Regionalgeschichte offenbarten, dass der Heimatverband für den Kreis Steinburg vielfältigen Aufgaben nachgeht und im abgelaufenen Jahr weiteres Wissen rund um die Heimatkunde erschlossen hat. Sowohl mit dem Besuch der sechs Vorträge im Winterprogramm als auch mit der Beteiligung an den Studienfahrten „in den politischen Landtag nach Kiel“ und in die Elbauen des Wendlands mit insgesamt 193 Teilnehmern zeigte sich Herbert Frauen zufrieden. Er machte auf die kommenden Ausfahrten am 20. Mai nach Brunsbüttel mit Besichtigung des Elbehafens und der Schleusenanlage sowie im Herbst zur Landesgartenschau nach Eutin aufmerksam. Zu seinen Themen gehörte auch das zum ersten Advent erscheinende Steinburger Jahrbuch 2017, eine zweibändige Ausgabe zu den Themen „150 Jahre Kreis Steinburg“ und „Lebenswege“.

Was der Heimatverband macht und wofür er steht, das wurde auf mehreren Roll-Ups sichtbar: „Sie sollen unser Auftreten noch deutlicher darstellen und noch mehr auf uns aufmerksam machen“, begründete Herbert Frauen die fünf Anschaffungen für den Gesamtverein und seine vier Arbeitsgemeinschaften (AG). Deren Berichte gaben Auskunft über die Detailarbeit der einzelnen Interessensgruppen. So erfuhren die Versammlungsteilnehmer zum Beispiel, dass die AG Botanik aus rund 20 engagierten Pflanzen- und Naturfreunden besteht. Gruppenmitglied Werner Jansen habe sich mittlerweile zu einem bundesweit führenden Brombeerforscher entwickelt, der Untersuchungen in Schleswig-Holstein, Hamburg, Hessen und Thüringen vornimmt.

Eine Seltenheit gab es für die AG im vergangenen Jahr im Reher Kratt zu sehen. Der „bemerkenswerte Fund“ betraf ein Exemplar des Tannen-Bärlapps. Die landesweit vom Aussterben bedrohte Art war seit Jahren nicht mehr im Reher Kratt gesehen worden: „Man muss davon ausgehen, dass es sich bei dem Fund um ein Relikt eines ehemals größeren Bestandes handelt“, teilte Cordelia Triebwasser mit.

Die AG Archäologie hob hervor, dass es im Kreis Steinburg rund 200 vor- und frühgeschichtliche Bodendenkmale gibt. „Aktuell“, so Inken Carstensen-Herold, „beschäftigen wir uns mit der Entwicklung eines ‚archäologischen Wanderwegs’ rund um die Hügelgräber des Kaiserbergs im nord-östlichen Teil von Itzehoe.“ Grund: „Wir haben uns zum Ziel gesetzt, die ereignisreiche Entwicklungsgeschichte der historischen Stätten exemplarisch ins Bewusstsein der Öffentlichkeit zu rücken.“

Ihren Bericht ganz auf Plattdeutsch hielt Marianne Ehlers für die AG Nedderdüütsch. Die AG habe sich unter anderem der Aufgabe gestellt, „Platt för Kinner un junge Lüüd“ voranzutreiben und sich dabei auf die „Arbeit för de Spraak in Kinnergoorn und School in’n Kreis Steenborg“ zu konzentrieren. „Wat dor achter stickt, kann een gor nich allens optellen“, stellte die Sprecherin heraus, nannte dann als Beispiel den „Leeswettstriet ‚Schölers leest Platt’“.

Dass die AGs auch miteinander in einem Arbeitsprozess stehen, machen die im Kreisgebiet aufgestellten Infotafeln an historisch bedeutsamen Gebäuden und Plätzen deutlich. Die im Berichtszeitraum platzierten Tafeln des AK Kultur- und Regionalgeschichte in Moordiek an der Gaststätte „Zum Spiecker“ sowie in Lägerdorf an der Gaststätte „Roseneck“ und auf dem Friedhof sind in Platt- und Hochdeutsch gehalten. Daran solle sich auch nichts ändern.

Wahlergebnisse: Heike Ketelhut (Kassenführerin), Karl-Heinz Zander (Beisitzer), Sabine Rave (Geschäftsstellenleiterin), Günter Albers (Kassenprüfer).



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erstellt am 24.Mär.2016 | 04:45 Uhr

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