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Norddeutsche Rundschau

15. Dezember 2017 | 21:34 Uhr

Ärgernis : Wanderweg ein Reifenkiller

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Rundschau

Das Aufbringen von grobem Schotter macht es Radfahrern, aber auch Fußgängern und Senioren mit Gehhilfe am Kanal in Brunsbüttel schwer.

von
erstellt am 19.Okt.2013 | 16:00 Uhr

Nach vier Jahren ist die Deichverstärkung im Bereich des Alten Hafens fertig. Am Dienstag wird Umweltminister Robert Habeck das 23 Millionen Euro teure Vorhaben einweihen. Für Helga Jungklaus aus Brunsbüttel ist das Großprojekt mit einem kräftigen Makel behaftet. Sie freut sich einerseits über die verschiedenen neu entstandenen Wege entlang des Wassers, sie kritisiert aber den aus ihrer Sicht unzumutbaren Zustand des Wanderwegs zwischen dem Freibad Ulitzhörn und der Schillerstraße.

Seit fast anderthalb Jahren steht sie deshalb im Schriftwechsel mit dem örtlichen Ansprechpartner des Landesbetriebs für Küstenschutz, Nationalpark und Meeresschutz (LKN), Günther Kruse. Inzwischen macht sich bei der engagierten Frau eine gewisse Resignation breit: Denn geschehen ist nichts, der Weg entlang der Kleingartenanlage birgt noch immer viele Stolperfallen.

Schuld daran ist für Helga Jungklaus der im Zuge des Deichbaus aufgebrachte Schotter aus scharfkantigem Granit. „Fußgänger und Rollstuhlfahrer haben es schwer, Mütter mit Kinderwagen mühen sich ab und auch Senioren mit dem Rollator“, fasst sie zusammen. Und eine ganze Reihe Radfahrer habe den Weg schon mit einem Platten verlassen, weil der Untergrund die Reifen kaputt gemacht habe. Darauf habe sie Kruse bereits vor einem Jahr hingewiesen. Erst im persönlichen Gespräch, dann schriftlich. Im Dezember 2012 kam eine Antwort vom LKN: „Eine Änderung der Oberflächenbefestigung wird nicht erfolgen“, hieß es da.

Der Weg, den Viele – Einheimische wie Touristen – gerne nutzen, ist beim Landesbetrieb als Deichverteidigungsweg eingestuft. Deshalb auch wurde dort grober Schotter zur Befestigung des Untergrunds ausgebracht, damit dort im Bedarfsfall schweres Gerät nicht im sandigen Boden versackt. Das bestätigte LKN-Leiter Dr. Johannes Oelerich gestern auf Nachfrage.

Helga Jungklaus hat von der Behörde auch erfahren, dass die Nutzung durch Fußgänger und Radler lediglich geduldet werde. Eine Aussage, die sie so nicht gelten lässt: „Der Weg wird in Brunsbüttel schon seit der Zeit vor dem Krieg genutzt – die können nicht so tun, als ob wir hier nicht laufen dürfen“, sagt sie verwundert.

Ihr gehe es gar nicht darum, Streit mit dem LKN anzuzetteln, betont die Seniorin. Sie will ihre Kritik am Zustand des Wegs auch nicht als bloßes Meckern verstanden wissen. Sie würde sich freuen, wenn ihre Anregung nun endlich aufgegriffen werde und der Schotter mit einer Walze so weit in den Boden gedrückt werde, dass eine weitgehend ebene Oberfläche entsteht. „Ich verstehe das nicht, es ist doch keine große Sache“, sagt Helga Jungklaus. Sie hofft jetzt, dass sich noch vor Minister Habecks Besuch am Deich doch noch etwas in ihrem Sinne tun wird.

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