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Grossprojekt : Wald muss für das Klinikum weichen

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Rundschau

Rodung von gut drei Hektar im Hackstruck ist angelaufen. Erster Schritt ist das Verlegen der Robert-Koch-Straße.

von
erstellt am 10.Nov.2015 | 05:00 Uhr

„Ein besonderer Tag für unser Haus.“ Und auch für einen Kommunalpolitiker, daran lässt Reinhold Wenzlaff, Vorsteher des Klinik-Zweckverbands, keinen Zweifel. Mehr als zehn Jahre, vielleicht 13 („Wir wissen es selbst nicht genau“), hat es gedauert, gestern haben die Arbeiten begonnen: Gut drei Hektar des Hackstrucks werden gerodet. Das schafft Platz, um das Klinikum Itzehoe zu erweitern.

Zuerst geht es nach Heiligenstedten: Ein Acker am Angelsee, mehr als sechs Hektar groß, wird bis an den Julianka-Wald heran aufgeforstet. Wenzlaff, Krankenhausdirektor Bernhard Ziegler und Werner Christiansen, technischer Leiter des Klinikums, setzen eine Stieleiche in den Boden. Der Startschuss für die Ersatzpflanzungen, die den Eingriff in den Wald ausgleichen sollen (siehe Info-Kasten).

Denn: „Hier muss man kaputt machen, bevor man neu aufbaut“, sagt Christiansen zu der Rodung. Auf dem eigenen Gelände ist das Klinikum an Grenzen gestoßen, Platz gibt es nur noch im Hackstruck. „Wir müssen zubauen, sonst werden wir den Anforderungen der nächsten Jahre nicht gerecht werden können“, sagt Ziegler. Viel Überzeugungsarbeit sei zu leisten gewesen, erklärt Wenzlaff. Die ursprünglich gewünschten sechs Hektar Wald seien auf gut drei Hektar „herunterdiskutiert“ worden. Wieder Ziegler: Gerade in jüngerer Zeit hätten Kreis und Stadt sehr geholfen, diese Rückendeckung gebe ein sehr gutes Gefühl: „Nur so können wir wirklich erfolgreich sein.“ Der weitere Ausbau solle das Klinikum zukunfts- und wettbewerbsfähig machen.

Als erster Bau auf der neuen Fläche ist derzeit ein neues Gebäude für das Psychosoziale Zentrum am wahrscheinlichsten. Ziegler hofft auf Fördergelder, denn damit würden auch Räume im Klinikum frei: „Das wäre ein echter Befreiungsschlag.“ Ein weiterer Plan ist ein Hotel, nicht nur für Patienten und deren Angehörige, dafür müssten aber ein Investor und ein Betreiber gefunden werden. Ein weiterer großer Wunsch ist ein Bildungszentrum – die Finanzierung ist aber laut Ziegler völlig offen.

Der erste Schritt ist nun Straßenbau. 2,3 Millionen Euro werden investiert, um die Robert-Koch-Straße auf einer Länge von 570 Metern dorthin zu verschwenken, wo jetzt noch Wald ist. „Alles neue Schulden“, unterstreicht Wenzlaff. Die künftige Straße bildet wie jetzt auch die Grenze zum Wald, damit das Krankenhaus ein geschlossenes Gelände inklusive der bisherigen Robert-Koch-Straße hat. An deren unterem Ende wird ein Regenrückhaltebecken gebaut. Die Kreuzung mit der Edendorfer Straße soll im kommenden Jahr von der Stadt mit einer Ampel ausgestattet werden, das Klinikum bezahlt. Die neue Robert-Koch-Straße soll Ende 2016 fertig sein. Die Rodung läuft bis Dezember, der jetzige Wall zur Straße bleibt zunächst erhalten. Im Januar sollen, wenn das Wetter es zulässt, die Erdarbeiten beginnen.

Ziegler ist froh, dass es los geht, aber es habe einfach zu lang gedauert. Dringend müsse Bürokratie abgebaut werden – da seien Land und Bund gefordert.

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