Bürgermeisterwahl in Kellinghusen : Wahlkrimi geht in die Verlängerung

Gespannter Blick auf den Bildschirm: Bürgermeister-Kandidat Peter König (re.) und das Wahlteam um Wahlleiter Jürgen Rebien (2. v. re.).
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Gespannter Blick auf den Bildschirm: Bürgermeister-Kandidat Peter König (re.) und das Wahlteam um Wahlleiter Jürgen Rebien (2. v. re.).

Axel Pietsch und Peter König müssen am 14. Juni in der Stichwahl um den Bürgermeisterposten in Kellinghusen. 0,38 Prozent fehlten Pietsch zum Sieg im ersten Durchgang.

shz.de von
31. Mai 2015, 21:08 Uhr

Als um 20.15 Uhr der „Tatort“ im Fernsehen begann, war der eigentliche Krimi schon gelaufen. Eineinhalb Stunden Zittern hatten die Besucher in der Amtsverwaltung in Kellinghusen erlebt. Das Ergebnis der Wahl zum hauptamtlichen Bürgermeister für Kellinghusen war letztlich so knapp, dass sich Wahlleiter Jürgen Rebien und sein Team Zeit ließen, um das vorläufige Wahlergebnis zu ermitteln. Und das war gut, ging es doch letztlich um 0,38 Prozent, die über eine Stichwahl entschieden.

Nur wenig mehr als zehn Stimmen fehlten dem ehrenamtlichen Amtsinhaber Axel Pietsch (BfK) dafür, gleich im ersten Durchgang die erforderliche 50-plus-X-Mehrheit zu erreichen. Nach den ersten beiden Zwischenergebnissen lag er noch knapp über 50 Prozent. Der Wahlbezirk III (Ulmenhofschule) ließ das Ergebnis kippen und Peter König (parteilos, aber von der CDU unterstützt) aufholen. Dieser erhielt schließlich mit 32,28 Prozent die zweitmeisten Stimmen und tritt am 14. Juni gegen Axel Pietsch (49,63 Prozent) in einer Stichwahl an.

„Ich bin total glücklich über dieses super Wahlergebnis. Dass mir so viele Kellinghusener ihre Stimme gegeben haben zeigt, dass sie den Weg mit mir weitergehen möchten und mit der bisherigen Arbeit zufrieden sind. Jetzt bitte ich alle, mir bei der Stichwahl am 14. Juni noch einmal ihr Vertrauen zu schenken“, sagte Axel Pietsch nach der Bekanntgabe des Ergebnisses.

Auch Peter König hofft, dass in knapp 14 Tagen möglichst viele Bürger von ihrem Wahlrecht Gebrauch machen. Der Herausforderer formuliert aber auch schon ein klare Kampfansage: „Die Hälfte der Wähler haben sich bei der Wahl gegen Axel Pietsch entschieden. Das heißt, dass sie mit seiner bisherigen Amtsführung nicht zufrieden sind.“ Nun hofft König bei der Stichwahl auf eine noch bessere Wahlbeteiligung – und das bessere Ende für sich.

Wiebke Tischler (parteilos) landete auf dem dritten Rang, konnte aber „mit dem Ergebnis leben“. Noch bevor das erste Zwischenergebnis bekannt geworden war hatte sie eine Tasse Kaffee mit den Worten „mein Herz ist schon gut in Schwung“ abgelehnt. Nach Bekanntgabe des Ergebnisses sagte die Gleichstellungsbeauftragte des Amtes: „Ich bin stolz auf mich. Ich bin mutig da ran gegangen und habe das durchgezogen.“ Zudem habe sie in den vergangenen sechs Wochen viel gelernt.

Abgeschlagen landeten Ulrike Weinrich (2,73 Prozent) und Rüdiger Jens (1,4 Prozent, beide parteilos) auf den hinteren Plätzen. Während sich Jens enttäuscht über sein Abschneiden zeigte, war Weinrich mit ihrem Team vom Projekt-Café „ganz zufrieden“. Weinrich: „Dafür, dass wir relativ spät in den Wahlkampf eingestiegen sind, finde ich das recht erfolgreich.“ Zudem hätten sie die Möglichkeit gehabt, sich und ihr Projekt den Kellinghusenern präsentieren zu können. Rüdiger Jens selbst hatte als der „etwas andere Bürgermeister“ mit einem dritten, mindestens aber vierten Platz gerechnet. Als „Katastrophenwahlergebnis“ bezeichnete der 58-Jährige seine 40 Stimmen. „Jetzt bekommt Kellinghusen eben nur den zweitbesten Bürgermeister, scherzte der ausgeschiedene Kandidat.

ERGEBNISSE:

Rüdiger Jens Wahlbezirk I (Mehrgenerationenhaus): 5 Stimmen, II (Gemeinschaftsschule):  2, III (Ulmenhofschule): 10, IV (Bürgerhaus und Briefwahl): 11, V (VfL Vereinsheim): 12, Gesamt: 40 (1,4 Prozent);

Peter König Wahlbezirk I: 182, II: 129, III: 185, IV: 261, V: 166, Gesamt: 923 (32,28 Prozent);

Axel Pietsch Wahlbezirk I: 295, II: 211, III:206, IV: 404, V: 303, Gesamt: 1419 (49,63 Prozent);

Wiebke Tischler Wahlbezirk I: 91, II: 58, III: 75, IV: 94, V: 81, Gesamt: 399 (13,96 Prozent);

Ulrike Weinrich Wahlbezirk I: 6, II: 16, III: 12, IV: 32, V: 12, Gesamt: 78 (2,73 Prozent);

Von insgesamt 6441 Wahlberechtigten nahmen 2878 Bürger teil, das entspricht einer Wahlbeteiligung von 44,68 Prozent.

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