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Traditionsunternehmen aus Brunsbüttel : Wagner-Pralinen vor der Rettung

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Rundschau

Nach vorläufiger Insolvenz: Auffanggesellschaft soll Betrieb samt Mitarbeitern übernehmen / Standorte in Brunsbüttel und Meldorf gesichert

von
erstellt am 02.Feb.2017 | 10:02 Uhr

Es war wie eine böse Überraschung, als die Brunsbütteler Pralinenmanufaktur Wagner im Februar vorigen Jahres vorläufige Insolvenz anmeldete. Nun hat der eingesetzte Insolvenzverwalter Klaus Pannen aus Hamburg eine gute Nachricht, die besonders für die 140 derzeit am Gutenbergring Beschäftigten wichtig ist: Der Betrieb soll fortgesetzt werden, die beiden Standorte Brunsbüttel mit Verwaltung und Produktion sowie Meldorf mit Verpackung und Versand sollen in eine stabile Zukunft geführt werden. Dafür ist eine Auffanggesellschaft geplant.

„Wir sind uns einig“, erklärte Pannen gestern auf Nachfrage. Jetzt gelte es, letzte Details abzuklären. Wann diese Gesellschaft Wagner-Pralinen übernimmt, sagte der renommierte Insolvenzverwalter nicht. „Nach meiner Einschätzung wird es zu einem guten Ende kommen.“ Damit wäre das Traditionsunternehmen, dessen Produkte weltweit im Handel sind, aus der finanziellen Schieflage raus. Pannen bestätigte gestern gegenüber unserer Zeitung, dass es erklärtes Ziel war, Wagner nicht unter das Dach irgendeines Süßwarenkonzerns zu bringen. Die Produktion, die Handarbeit und die eigenen Rezepte sollen weiterhin dem guten Ruf des 1891 gegründeten Familienunternehmens Rechnung tragen.

Den Grundstein des Unternehmens legte Emil Wagner. Heute sind Jörg Wagner und sein Bruder Reinhard Wagner junior in vierter Generation für die Geschicke der Manufaktur verantwortlich. Sie halten am teuren Konzept der Produkte aus hochwertigen Zutaten fest, ebenso an der Handarbeit. Gerade dadurch, so Jörg Wagner, unterscheide sich die Praline aus Brunsbüttel von der aus industrieller Produktion in Schokoladenfabriken. Etwa 200 Rezepturen umfasst das geschmackliche Repertoire des Betriebs, der bundesweit etwa zehn ähnliche Mitbewerber hat. Die aufwändige Produktion hat ihren Preis. Das gilt auch für die verwendeten Rohstoffe. Kakao liegt am Weltmarkt seit Jahren – mit Spitzen nach oben – bei rund 3000 Dollar pro Tonne Kakaobohnen. Als das Unternehmen im vorigen Februar beim Amtsgericht Pinneberg die vorläufige Insolvenz beantragte, galten Liquiditätsprobleme als Ursache.

Schon damals äußerte sich Jörg Wagner optimistisch: „Obwohl das Unternehmen durch widrige Umstände in die Schieflage geraten ist, bin ich davon überzeugt, dass unser Haus aufgrund seiner guten Produkte langfristig überleben wird.“ Nachdem im Sommer kurzzeitig Personal abgebaut worden war, wurde die Zahl der Beschäftigten zum Weihnachtsgeschäft wieder aufgestockt. Offenbar ein gutes Zeichen.

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