Wärme für Freibad und Grundschule

Das Herz des neuen Blockheizkraftwerks ist ein Sechs-Zylinder-Motor, der Wärme und Strom erzeugt. Dr. Guido Austen (li.) und Andreas Wulff sind von dem Konzept überzeugt.
Das Herz des neuen Blockheizkraftwerks ist ein Sechs-Zylinder-Motor, der Wärme und Strom erzeugt. Dr. Guido Austen (li.) und Andreas Wulff sind von dem Konzept überzeugt.

Stadtwerke investieren in Blockheizkraftwerk auf dem Gelände des Schwimmbads

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27. Mai 2015, 10:20 Uhr

Ein Freibad mit 1000 Kubikmeter Wasser auf Betriebstemperaturen zu halten, ist derzeit nicht einfach – es fehlt die unterstützende frühsommerliche Wärme, spätestens in den Nächten fallen die Temperaturen wieder – auch im Schwimmbecken. Das Brunsbütteler Freibad Ulitzhörn ist gestern mit neuer Heiztechnik in die dreimonatige Saison gestartet. Die Stadtwerke Brunsbüttel haben ein Blockheizkraftwerk in Betrieb genommen. Das soll nach den Sommerferien auch die nahe gelegene Boy-Lornsen-Grundschule mit Wärme versorgen.

23 Grad betrage die ideale Wassertemperatur, sagt Guido Austen, Prokurist der städtischen Freizeitbad GmbH. Dann stehe dem Schwimmvergnügen mit Blick auf Kanal und Elbe nichts im Weg. Das neue Blockheizkraftwerk, in das die Stadtwerke 400  000 Euro investiert haben, soll mit einer Leistung von 115 Kilowatt Garant fürs angenehm erwärmte Wasser sein. Es löst eine Heizanlage ab, die schon vor einigen Jahren durch Leckagen auf sich aufmerksam machte. Als im Juni 2013 nach einem Unwetter die Heizung in der Grundschule unter Wasser stand – sie überstand notdürftig repariert zwei Winter –, reifte der Entschluss, gemeinsam mit den Stadtwerken für Wärme in beiden Einrichtungen zu sorgen.

Das Heizkraftwerk auf dem Gelände des Freibads wird mit Gas betrieben und ist bewusst klein ausgelegt, damit es rund um die Uhr läuft und somit viel nutzbare Abwärme erzeugt. Der Strom, den der Sechs-Zylinder-Motor produziert, reicht für die Jahres-Versorgung von 100 Haushalten. Den Stadtwerken kommt diese Einnahme gelegen, das Blockheizkraftwerk rechnet sich schneller. Zudem, so Stadtwerke-Chef Andreas Wulff, könne „der Ausstoß mehrerer Tonnen des Klimaschädlichen CO2 vermieden werden“. Und, freut sich Guido Austen: „Diese Investition ist ein Signal für den langfristigen Erhalt des Freibades.“

Dort tummelten sich gestern die ersten Wagemutigen im kühlen Nass. Guido Austen bittet die Badegäste auch in der nächsten Zeit um Verständnis, sollte die Wassertemperatur mal nicht als so angenehm empfunden werden. Denn die Heizanlage ist noch nicht komplett. Derzeit steht neben dem Blockheizkraftwerk eine mobile Zusatzheizung. Da in der Grundschule erst in den Ferien der Anschluss der Wärmeleitung erfolgt, muss sich die Freizeitbad GmbH mit einem Kompromiss zufrieden geben. In der Schule wird ein Pufferkessel eingebaut werden, der geeignet ist, niedrige Temperaturspitzen aufzufangen. Erst wenn der arbeitet, wird auch das Freibad auf diese Unterstützung bauen können, um die angepeilten 23 Grad vorzuhalten. Austen: „Das Wetter hilft uns derzeit nicht.“

Ungeachtet dieser Startschwierigkeiten ist Andreas Wulff von dem Konzept zweier sich im Verbrauch ergänzender Einrichtungen begeistert: „Aus meiner Sicht ist das ein Leuchtturm-Projekt und zur Nachahmung empfohlen – nicht nur in Brunsbüttel.“

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