Neue Pläne : Wählerinitiative gegen Zersiedelung

Alternativvorschlag der KeLi für ein Nahversorgungszentrum am alten Platz.
Alternativvorschlag der KeLi für ein Nahversorgungszentrum am alten Platz.

Die Kellinghusener Liste fordert Rücknahme des Ratsbeschlusses zum Sondergebiet Nahversorgungszentrum

shz.de von
16. Juli 2015, 17:00 Uhr

Kein weiterer Einzelhandel in der Lehmbergstraße. Die Ratsversammlung soll den Beschluss über das Sondergebiet in dieser Straße zurücknehmen. Dies fordert die Wählergemeinschaft Kellinghusener Liste (KeLi). Sie favorisiert weiterhin Wohnbebauung in dem Areal und spricht sich für ein städtisches Konzept aus.

Eigene Ideen der Politiker für Stadtplanung? „Fehlanzeige“ kritisieren Volker Ballin, Oliver Knebusch, Wolf-Dietrich Debus und Horst Nitz. Dabei sollte Politik gerade in der langfristig angelegten Stadtentwicklung Kreativität an den Tag legen. Nach Meinung der KeLi ist die Stadt davon derzeit meilenweit entfernt. Vielmehr lasse sie sich von Investoren treiben und habe Null eigenen Ideen. Deutlich gezeigt habe sich dies in der vergangenen Ratsversammlung am Beispiel der Ansiedlung eines neuen SB-Markts in der Lehmbergstraße (wir berichteten). „Dabei wäre es äußerst sinnvoll gewesen, über unterschiedliche Möglichkeiten nachzudenken und dazu auch die Bürgermeinung zu hören“, sagt Oliver Knebusch. Von einer Diskussion abzusehen, nur weil ein Investor sage `dafür gebe ich dir Geld` sei grundsätzlich der falsche Weg. Die KeLi habe bereits im vergangenen Baugremium auf die Alternative einer Wohnbebauung auf dem Areal hingewiesen. „Doch schon dort zeigte die Mehrheit der Mitglieder keine Bereitschaft, sich mit möglichen Nutzungsvarianten zu beschäftigen“, erklärt Volker Ballin. Seiner Meinung nach befindet sich die Stadt aktuell in einer entscheidenden Phase der Stadtentwicklung in dem Gebiet zwischen der „Straße an der Stör“ und der Stör. Die städtebauliche Ordnung in diesem Bereich werde mindestens für die nächsten 20 Jahre festgelegt. „Wir haben die einmalige Chance, ein für die Kellinghusener attraktiven Stadtteil mit Nahversorgungszentrum, Hafen, Bahnhof und Störzugang zu entwickeln.“ Von ihm erstellte Pläne mit Alternativvorschlägen legte die KeLi den Politikerkollegen zeitig vor. „Die anderen Fraktionen hielten es jedoch nicht für nötig, darüber auch nur zu diskutieren.“

Überraschen würde vor allem die Haltung der BFK: „Im Fall der Laurinatskoppel wird plötzlich druckvoll für mehr Wohnraum getrommelt, die Lehmbergstraße ist der BFK in dieser Hinsicht aber keinen Blick wert.“ Dabei füge sich eine Wohnbebauung exakt in das beschlossene städtische Konzept einer innerstädtischen Verdichtung und vermeide außerdem eine Lärmbelästigung der „Hinterm Born“-Anlieger. „Für den Discounter lässt sich gleichzeitig am jetzigen Standort die gewünschte Größenordnung herstellen“, unterstreicht Ballin. Dies würde sogar sehr gut mit der geplanten Erweiterung von Aldi/Edeka korrespondieren. Der neue Lidl-Bau könnte auf der derzeitigen - und südliche Richtung erweiterten - Parkplatzfläche entstehen. Die jetzige Hafenstraße würde entwidmet, auf der Fläche entstünde ein gemeinsames Parkplatzgelände. Die neue Hafenstraße würde südlich des aktuellen Lidl/Postdienst-Parkplatzes verlaufen, mit Anschluss an die Straße an der Stör auf Höhe des Skaterplatzes. Auf diese Weise würde das Nahversorgungszentrum inklusive Parkflächen nicht ausufern, sondern sich auf den jetzigen Standort konzentrieren. Und: So seien die Anlieferungen der einzelnen SB-Märkte auch nicht hochwassergefährdet.

Weitere Vorschläge für die langfristige Entwicklung des gesamten Hafen- und Südstadtbereichs will die KeLi der Bevölkerung im Rahmen einer geplanten Veranstaltung vorstellen. Zunächst fordern deren Vertreter die Ratsversammlung auf, den Sonderflächen-Beschluss für die Grundstücke Lehmbergstraße 14 bis 20 zurückzunehmen.

Die entsprechende Bauleitplanung für die Absicht der Stadt, in der Lehmbergstraße ein Nahversorgungszentrum entstehen zu lassen, wird heute Abend im Rahmen einer frühzeitige Beteiligung die Öffentlichkeit informiert. Allen Interessierten wird ab 19 Uhr im Bürgerhaus die Möglichkeit gegeben, sich über die Planung zu informieren und eine Stellungnahme abzugeben.

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