Blutspende : Wacken: Metal-Fans lassen sich anzapfen

Gute Stimmung im Wartebereich (v. r.): Thomas Mathiak, Jörg Michaelis, Christian Riedel und Henrik Mathiak aus Hamburg.
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Gute Stimmung im Wartebereich (v. r.): Thomas Mathiak, Jörg Michaelis, Christian Riedel und Henrik Mathiak aus Hamburg.

Weltblutspendetag: Das Klinikum Itzehoe und die Veranstalter des Wacken Open Air rufen zum Aderlass auf.

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14. Juni 2014, 07:00 Uhr

Itzehoe | Einmal im Jahr sehen die Mitarbeiter des Blutspendedienstes im Klinikum Itzehoe schwarz: Wenn es heißt „Metalheads, wir brauchen euer Blut“, strömen die Wacken-Fans zu Dutzenden ins Klinikum. „Ich will Menschenleben retten“, sagt Sina Steffens (18) aus Münsterdorf, die im Flur sitzt und auf ihren Einsatz wartet. „Es ist meine allererste Blutspende“, Angst hat sie aber nicht. Und das Warten stört sie auch nicht. „Ich habe damit gerechnet, dass es etwas dauert. Außerdem muss man ja vorher viel trinken und Einiges besprechen.“

Zum Beispiel, ob man kürzlich krank war, geimpft oder – bei der Zielgruppe durchaus relevant – tätowiert wurde. „Nach einer Tätowierung könnte man eine Infektion im Körper haben, die man selbst gar nicht bemerkt hat“, erklärt Sabine Vangerow vom Blutspende-Team. Bei der Voruntersuchung werden außerdem Blutdruck und Temperatur gemessen sowie der Hämoglobin-Wert, also die Konzentration des roten Blutfarbstoffs im Blut. Das letzte Wort hat schließlich der Arzt.

Für Sabine Vangerow und ihre Kollegen ist der Blutspende-Termin mit den Metal-Fans, der jetzt im zweiten Jahr anlässlich zum Weltblutspendetag stattfindet, ein besonderer Arbeitstag. „Es ist sehr anstrengend, aber man vergisst es auch so schnell nicht“, sagt sie. Bis gestern am frühen Nachmittag waren bereits mehr als 100 Spender registriert. „Die Wacken-Fans sind alle sehr ruhig und geduldig, es gibt kein Gemecker, wenn sie ein bisschen warten müssen.“

Im Gegenteil, die Stimmung auf dem Flur ist prächtig. Jörg Michaelis (54), der mit drei weiteren Metalfreunden extra aus Hamburg gekommen ist, ist bester Laune. „Wacken ruft“, sagt er. Also ist er dabei. Auch im Vorjahr machte er bei der Blutspende-Aktion schon mit, von der er im Internet erfahren hat. „Ich hab keinen Schiss davor, wir haben doch genug davon im Körper.“

Während er und seine Kumpels noch warten müssen, hat Henric Adomeit seine Spende schon fast hinter sich. Für ihn ist das Prozedere schon fast Routine. „Ich war schon über zehn Mal spenden“, erzählt der 35-jährige Itzehoer. Dass er dann auch beim Metalheads-Sondertermin erscheint, ist Ehrensache – mit 19 Besuchen des Festivals ist er schließlich ein alter Wacken-Hase. Genauso oft wie Dennis Greiner (35), der gegenüber liegt und gerade das Pflaster auf den Arm geklebt bekommt. War’s schlimm? Dennis schüttelt den Kopf: „Alles gut.“

Es sei doch nur ein kleiner Pieks, meint auch Stefanie Stoffers aus Brunsbüttel. „Viele können ja kein Blut sehen. Aber mich stört das nicht. Und ich kann damit helfen.“

Wer es gestern nicht geschafft hat: Heute von 9 bis 16 Uhr geht die Aktion weiter. Eine Belohnung gibt’s auch: Für die Wacken-Fans wird gegrillt, es gibt kleine Fan-Geschenke. Und wer will, kann sich als Erinnerung auch noch ein T-Shirt oder Kirschsaft im Blutbeutel kaufen. „Die T-Shirts gehen gut weg“, sagt Auszubildende Kira Hasselmeyer, die den Stand betreut. „Es macht Spaß. Die Aktion ist schon cool.“

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